ROKKO’S ADVENTURES

#11

Kürzlich lief die brillante Miniserie „Der Tatortreiniger“ im NDR, und solche Menschen, die wegmachen, was von Menschen übrig bleibt, gibt es auch in echt. Dass ein Heft aus Wien, gemacht von Wienern, denen man ja einen morbiden Humor nachsagt, nun ein Interview mit echten Tatortreinigern bringt, passt also.

Wir lernen: Aufräumen nach Selbstmord mit Schrotflinte ist aufwendiger als bei Suizid mit nur einer Kugel. Erstaunlich ... Höchst lesenswert, und weil so nüchtern-professionell auch kein Stück voyeuristisch.

Fußball ist nicht so mein Ding, das Portrait von Andi Ogris liest sich trotzdem spannend, ebenso das mit der Pornodarstellerin Sibylle Rauch (u.a. „Eis am Stiel“). Und auch interessant, was der US-Filmemacher Larry Wessel so erzählt, der beispielsweise schon Boyd Rice, Adam Parfrey oder die MENTORS vor der Kamera hatte.

Eher was für zoologisch Interessierte ist das Interview von Rokko mit einem Spezialisten für Komodowarane unter dem aussagekräftigen Titel „Eatfightfuck“. Um Musik geht es in diesem wundervollen Fanzine meist nur noch ganz am Rande, stattdessen findet hier ohne jeden peinlichen Vice-Krawall ein Journalismus am Rande der Gesellschaft statt, der eigentlich preisverdächtig ist.