
Wer MADBALL im Sommer 2025 auf den Festivals oder im Club gesehen hat, müsste stutzig geworden sein. Es standen Songs auf der Setlist, die haben die New Yorker lange nicht mehr gespielt. So wie etwa „Semper fi“, der letztmalig vor über 20 Jahren den Weg in ein Live-Konzert gefunden hat. Grund dafür war der Geburtstag des Albums „Hold It Down“, das mit diesem Stück endet. Sänger Freddy betonte auf der Tour auch immer wieder, dass dieses Album ein ganz besonderes für die NYHC-Band gewesen sei.
Nach der Show im niederländischen Sneek quetschte ich ihn dazu noch ein wenig aus: „Das Album markierte für uns einen neuen Wegpunkt. Nachdem wir über Roadrunner Records drei Alben veröffentlichten und unser Vertrag auslief, standen wir vor ungewissen Zeiten. ‚Look My Way‘ hatte sich zudem nicht so durchgesetzt, wie wir uns erhofft hatten. Zudem hatte ich auch persönlich einige Schwierigkeiten, so dass kurzzeitig sogar eine Auflösung von MADBALL im Raum stand. Über einige Ecken kam dann der Kontakt zu Epitaph Records zustande, die mit den Demotracks, darunter auch ‚Semper fi‘, sehr zufrieden waren und uns unter Vertrag nahmen. Das war wie eine Befreiung für uns und die Songs begannen zu sprudeln. Matt Henderson, unser Gitarrist, hat das Album auch produziert und es ist nach wie vor eines meiner Lieblingsalben, die wir aufgenommen haben. Hier habe ich auch viel an meinem Gesang gefeilt und unzählige Tonspuren wieder gelöscht, weil sie nicht passten. Man kann sagen, dass ich durch ‚Hold It Down‘ meine Gesangskomfortzone gefunden habe, die ich später noch weiter ausgefeilt habe. Allein dafür hat das Album einen hohen Stellenwert für mich.“
Ähnlich wie für die Ox-Redaktion, die das Album sowohl zur Veröffentlichung sowie zum Rerelease im Jahr 2020 mehrmals besprach. So endet das Review von Dominik Winter in der Ox-Sommerausgabe #39 mit den Worten „‚Hold It Down‘ gefällt zumindest auch noch nach bestimmt fünfzehn Durchgängen ...“. Mir ging es damals ähnlich, denn ich fand die Platte deutlich stärker als den mauen Vorgänger „Look My Way“. Klar stellen sich MADBALL mit dem prolligen HipHop-Intro selbst ein Bein, aber servieren dann mit „Can’t stop, won’t stop“ einen Brecher sondergleichen. Mit dem Titeltrack folgt dann ein weiteres Highlight der Platte. Hier gefällt vor allem der Refrain, der sich sofort im Gedächtnis einbrennt und fürs Crewshouten auf den Live-Shows abgespeichert wird. Insgesamt besticht „Hold It Down“ vor allem durch seine schnelle Gangart. Gemäß dem Slogan „In der Kürze liegt die Würze“ kloppen MADBALL die 14 Stücke in knapp 27 Minuten runter, so dass das Album zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. Für mich reiht sich „Hold It Down“ direkt nach „Set It Off“ in die Bestenliste der New Yorker ein.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Benjamin Korf