
Die 1989 von Rodrigo Alfaro und Erik Kronwall in Malmö gegründeten SATANIC SURFERS waren für mich als Jugendlicher der Inbegriff des Skatepunk und der Provokation – und das fing bereits mit dem Namen der Band an. Noch war dazu ein Skater auf dem Cover der zweiten EP „Keep Out!“ mit umgedrehtem Kreuz und Pentagramm ... das konnte nur geil sein! Und tatsächlich wussten Songs wie „My decision“ und „Don’t skate on my ramp“ mich zu begeistern und meinen jugendlichen Gedanken und Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Allerdings war die EP qualitativ noch ziemlich schlecht produziert, was den Genuss schmälerte.
Doch mit „Hero Of Our Time“ lieferten die Schweden dann ein Debütalbum ab, das mich wegblasen sollte und es bis heute tut. Allein die Wucht und die Geschwindigkeit des Openers „... and the cheese fell down“ reichen schon aus. In diesem unfassbaren Tempo geht es auf dem gesamten Album weiter. Dann ist da noch ein Song wie „Ketty“ drauf, der mich gefühlt direkt ansprach mit dem Refrain „I’m just a teenage punk, I’m just a teenage punk and I love this girl“. Aber auch die wütenden, politischen Songs wie „Before it’s too late“ und „The treaty and the bridge“ trafen bei mir musikalisch und textlich voll ins Schwarze. Was meine Begeisterung gegenüber „Keep Out!“ aber auch steigerte, war die Veränderung in der Besetzung. Während sie vorher noch zu fünft waren mit Sänger Ulf, war die Band bei „Hero Of Our Time“ auf vier Musiker zusammengeschrumpft. Ab diesem Zeitpunkt übernahm Schlagzeuger Rodrigo auch den Gesang, was dem Sound der Band eine ganz neue Farbe verlieh. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass SATANIC SURFERS ohne diesen Personalwechsel nie so gut, groß und erfolgreich geworden wären. Ferner hatte sich Burning Heart Records zwischenzeitlich professionalisiert und konnte somit auch ausgereiftere und aufwändigere Produktionen durchziehen.
Auf dem Label folgten dann noch die beiden Alben „666 Motor Inn“ (1997) und „Going Nowhere Fast“ (1999), die nahtlos an „Hero Of Our Time“ anknüpften und so den Status der Band als beste Skatepunk-Band Schwedens weiter festigten. Im Jahr 2000 kam dann der Bruch mit Burning Heart und die Band wechselte zu Bad Taste Records, wo sie insgesamt drei Alben veröffentlichte, die qualitativ aber deutlich abfielen im Vergleich zu den Vorgängern. In letzter Konsequenz löste sich die Band dann 2007 auf und Rodrigo suchte sein Glück bei ATLAS LOSING GRIP. Niemand rechnete mehr mit SATANIC SURFERS, als 2018 völlig überraschend ein neues Album namens „Back From Hell“ erschien, das erfreulicherweise wieder überzeugen konnte. Doch seitdem ist es trotz einiger kleinerer Touren wieder ruhig um die lauten Surfers geworden – leider.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #179 April/Mai 2025 und André Hertel