40 Jahre später: D.I.

Foto

Horse Bites Dog Cries (LP, Reject/Greenworld, 1985)

D.I. wurden nach dem ersten Split der ADOLESCENTS 1981 von Drummer Casey Royer gegründet, der auch Gründungsmitglied von SOCIAL DISTORTION war. Er übernahm nun den Posten des Sängers und nach einer selbstbetitelten EP (später um einige Songs erweitert als „Team Goon“ wiederveröffentlicht) und der ersten LP „Ancient Artifacts“ erschien 1985 auf Reject/Greenworld Records mit „Horse Bites Dog Cries“ ihr zweites und bestes Album überhaupt. Spätere Versionen wurden von Triple X Records veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt waren neben Casey Royer auch sein alter Kumpel und Gitarrenhexer Rikk Agnew (unter anderem ADOLESCENTS, CHRISTIAN DEATH), dessen kleiner Bruder Alfie, John „Bosco“ Calabro am Bass und John Knight an den Drums in der Band.
Das coole, treibende Drumming von John Knight eröffnet auch den ersten Song „Pervert nurse“, der neben Royers coolem, klaren Gesang bereits exzellente Leadgitarren von Rikk Agnew bietet, „Youth in Asia“ ist ebenfalls sehr treibend und reitet auf nur einem Akkord herum, um dann so richtig schön hektisch zu werden inklusive wechselndem Geshoute. „Hang ten in East Berlin“, bereits in anderer Version auf dem ersten Album erschienen, ist dann der vielleicht beste und perfekteste OC-Punksong aller Zeiten, den man einfach kennen muss. Nach „Obnoxious“ haut die Band mit „Johnny’s got a problem“ einen weiteren Klassiker raus, dem man sich wegen des zwingenden Refrains einfach nicht entziehen kann.
Auch die B-Seite bietet mit „No moms“, „Imminent war“, „Guns“, dem ebenfalls bereits auf dem ersten Album in anderer Version enthaltenen und später von SLAYER gecoverten „Spiritual law“, „Stick to your guns“ und „Living in the U.S.A.“ nur Hits. Für den glasklaren und druckvollen Sound zeichnete Chaz Ramirez verantwortlich, der D.I. in den Cashbah Studios im kalifornischen Fullerton aufnahm. 1986 kam es zu einer Reunion der ADOLESCENTS inklusive Rikk Agnew und Casey Royer, wobei letzterer die Band aber nach kurzer Zeit zugunsten von D.I. wieder verließ, Rikk und Alfie Agnew nahmen mit den ADOLESCENTS „Brats In Battalions“ auf und die perfekte D.I.-Besetzung war Geschichte. Was aber macht „Horse Bites Dog Cries“ zu einem Klassiker? Neben der erwähnten zeitlos guten Produktion sind dies vor allem eine spürbare Unbekümmertheit im Songwriting, ein Händchen für Ohrwürmer, ein gewisses Surf-Feeling, Rikk Agnews unfassbar gutes Gitarrenspiel und Casey Royers eher punkuntypische, aber sehr gefällige Stimme. Auf späteren Releases gibt es mit „Bedrock“ einen weiteren Song zu hören. D.I. sind bis heute aktiv, erst kürzlich waren sie wieder auf Europatour.

Anzeige