45 Jahre später: THE ADICTS

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Songs Of Praise (LP, Dwed, 1981)

THE ADICTS gehörten zur zweiten Welle des britischen Punkrock und hatten vor ihrem Debütalbum „Songs Of Praise“ bereits im Jahr 1979 die 4-Track-EP „Lunch With The Adicts“ herausgebracht. Diese EP war ein herausragender Output und vereinte geradlinige, harte Punkrock-Songs mit einer guten Portion Melodie. Auf „Songs Of Praise“ wurden diese Zutaten verfeinert und verändert, woraufhin es keine so krachigen Songs wie „This week“ oder „Organised confusion“ mehr gab. Diese durchaus gesunde Härte wich einer Konzentration auf Melodie und Songwriting. Was hier möglicherweise wie ein bedauerlicher Rückschritt klingt, war im Fall der ADICTS wahrscheinlich eine logische Entwicklung. Die Gitarrenarbeit und die recht hohe Stimme von Leadsänger Keith Warren waren sehr filigran, zudem gibt es auf diesem 16 Titel starken Album keine Ausfälle, sondern lediglich schwächere Songs, wie für mich zum Beispiel „Viva la revolution“.
Wenn wir nun ins Jahr 1981 zurückreisen, bleibt festzuhalten, dass „Songs Of Praise“ seinerzeit auf jeder Party und jedem Kaffeekränzchen, bei dem die neuesten Punkrock-Scheiben gespielt und ausgetauscht wurden, dabei war – und das aus gutem Grund. Bereits der Opener „England“ zeigt, wohin die Reise geht: schnörkelloser Punkrock, trockene Gitarren, transparent und auf den Punkt abgemischt, zwei Riffs, „Eieieiei Ohohohoh“ im Refrain, fertig ist der erste Hit. „Just like me“, „Telepathic people“ oder „Numbers“ schlagen in die gleiche Kerbe wie „England“. Tracks wie „Hurt“, „Mary Whitehouse“ oder „Peculiar music“, die als Verschnaufpausen verstanden werden können (Midtempo), fügen sich nahtlos in das Gesamtbild des Albums ein.
THE ADICTS waren (und sind) eine Band, die optisch das genaue Gegenteil der vornehmlich schwarz gekleideten Punkbands darstellte. Sie kopierten den Look der Jugendbande mit weißen Klamotten, schwarzen Boots und Melonen aus Stanley Kubricks 1971er Meisterwerk „Clockwork Orange“, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Anthony Burgess aus dem Jahr 1962. Aus diesem Grund wurde das „Jokerface“ auf dem Cover der Erstauflage bei der zweiten Auflage (Fallout, 1982) erneuert, da es den „Droogs“ im Film ähnlicher war. Zum ersten Mal auf CD erschien das Album 1993. Zum 25-jährigen Jubiläum nahm die Band die Platte komplett neu auf und veröffentlichte sie auf Vinyl, die CD-Version enthielt sowohl das Original als auch die Neueinspielung. Anlässlich des 40-Jährigen erschien eine remasterte Vinylversion im Gatefold-Cover mit Booklet. Ob solche Rereleases nötig sind, sei mal dahingestellt. Außer Frage steht allerdings, dass „Songs Of Praise“ als Klassiker durchgeht.

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