ACCVSED

Foto© by Arising Empire

Global locals

Mit ihrem Debütalbum „Dealers Of Doom“ wollen ACCVSED aus Wiesbaden aus der lokalen Szene ausbrechen – und die Chancen stehen nicht schlecht, immerhin konnten sie einen Labeldeal mit Arising Empire an Land ziehen, und mit denen als Partner ist schon mehr als eine Band groß geworden. Ob die Zeichen für ACCVSED jetzt ebenfalls auf Erfolg stehen, klärt mit uns Gitarrist und Sänger Valentin.

Euch gibt es seit 2021. Wie würdest du euren Weg in den vergangenen vier Jahren beschreiben, der euch nun zu eurem Debütalbum geführt hat?

Hm, ganz zu Beginn gab es nur Tino und mich – die Besetzung der Band hat sich über die letzten vier Jahre gebildet, Chris, Max, Pascal und Gorgi kamen mit der Zeit hinzu. Max hat sich vor 2024 jedoch entschieden, nur noch im Hintergrund zu agieren. Ich denke seit unserer ersten Show 2022 und der „House Of Doubt“-EP ist sehr viel passiert. Letztes Jahr kam dann das Labelsigning und von da an ging es ziemlich schnell, was die Entwicklung der Band angeht.

Ich habe gelesen, dass ihr immer mehr als eine „local band“ sein wolltet. Was, denkst du, hat für euch den Ausschlag gegeben, „es wissen zu wollen“?
Eigentlich wollte ich es schon immer wissen. Ich habe früh angefangen in Bands zu spielen, weil ich den Lifestyle schon als Kind romantisiert habe. Nach einigen fehlgeschlagenen Bands, in denen ich aktiv war, wollte ich mit ACCVSED mein eigenes Projekt starten. Für uns galt von Anfang der Grundsatz, so weit zu gehen wie möglich und so viel Energie und Ressourcen in die Band zu stecken, wie es nur geht. Natürlich macht das alles Spaß, aber es steht auch oft Competition im Vordergrund, wenn man ehrlich ist. Da gab es für uns einfach diesen Anspruch, mehr zu schaffen und sich so schnell wie möglich aus der Local Bubble rauszubewegen. Nicht um die lokale Szene zu verteufeln, denn die ist unfassbar wichtig, wertvoll und einer der Gründe, warum wir überhaupt da stehen, wo wir gerade sind. Wir sind dankbar für all die Erfahrungen und die gewonnenen Freunde und Fans die seit Stunde Null dabei sind!

Ich finde, dass die deutsche und europäische Metal- und Core-Szene sich in den letzten Jahren stark entwickelt hat, es gibt viele Bands auf hohem Niveau. Wie würdest du den Stand der deutschen Szene im Moment einschätzen? Wo siehst du derzeit starke Bands und was, denkst du, können wir noch anderen Ländern lernen?
Da stimme ich dir zu. Ich finde das Niveau der Bands hier wird immer krasser, wenn es um Produktionen und Live-Shows geht. Oft wird gesagt dass die deutsche Szene immer relevanter wird und das kann ich mir schon vorstellen, bei der Menge an coolen Bands. Ich beobachte das aber nicht so wirklich, für mich gibt es in allen großen Märkten richtig vielversprechende Bands.

Im August erscheint euer Debüt auf Arising Empire. Kannst du uns eine kurze Zusammenfassung geben, welche Themen euch beim Songwriting beeinflusst haben?
Die Texte von ACCVSED waren immer sehr persönlich. Es werden Traumata, mentale Probleme und direkte Erfahrungen verarbeitet, so dass sie eigentlich immer einen Bezug zu realen Ereignissen, Charakterzuständen und persönlichen Entwicklungen haben. Mit dem Album kam – inhaltlich wie musikalisch – eine andere Härte ins Spiel. Es werden Eingeständnisse gemacht, Hoffnungslosigkeit und Verachtung rückt in den Vordergrund. Die Themen sind politischer – wir richten uns in einigen Songs gezielt gegen die Unterdrückung von oben und positionieren uns direkter. Daher auch der Albumname „Dealers Of Doom“.

Von euch gab es ja bisher „nur“ eine EP – was denkst du, in welcher Hinsicht habt ihr euch von dieser EP zum Album hin weiterentwickelt?
Ich denke, wer das Album hört, wird merken, dass es immer noch ACCVSED ist und sich unser Stil durch das ganze Album erkennbar ist, auch wenn die einzelnen Songs sich stark unterscheiden. Wir haben viel ausprobiert und sind insgesamt härter, dreckiger und dunkler geworden. Definitiv gibt es aber auch noch einen guten Anteil an softeren Stellen – zum Beispiel unser bisher ruhigster und emotionalster Song „Make sure it hurts“.

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