BIRD’S VIEW

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Chaos überall

Aber was hilft, damit umzugehen? Die Frankfurter BIRD’S VIEW geben mit „Above Chaos“ ihre eigene Antwort darauf. Im Interview sprechen Sänger Niko Huber und Bassist Max Westenburger über persönliche und gesellschaftliche Herausforderungen und ihren Umgang damit, zudem verraten sie, warum Haltung wichtiger ist als jede Gelegenheit.

Euer neues Album heißt „Above Chaos“. Was genau ist das für ein „Chaos“, von dem ihr sprecht?
Niko:
Sowohl das Chaos um uns herum als auch das in uns selbst. Man kann kaum übersehen, wie viel gerade politisch und gesellschaftlich passiert. Das bleibt nicht ohne Einfluss auf einen. Gleichzeitig trägt jeder seine eigenen Themen mit sich herum. „Above Chaos“ beschreibt für uns den Versuch, damit umzugehen und einen Weg zu finden mit diesem Zustand klarzukommen. Musik ist dabei ein zentrales Ventil.

Das Album klingt deutlich punkiger als der Vorgänger „House Of Commando“. War das eine bewusste Entscheidung?
Niko:
Zum Teil schon, aber vieles hat sich auch organisch entwickelt. Die Zusammen­arbeit mit unserem Produzenten Kurt Ebelhäuser hat eine große Rolle gespielt. Er kommt aus der Band BLACKMAIL, die uns stark geprägt hat. Diese Wucht und die punkige Attitüde haben wir durch ihn noch stärker zugelassen. Gleichzeitig haben wir in der Phase viel solche Musik gehört, das hat sich automatisch im Ergebnis niedergeschlagen.

Billy Corgan hat kürzlich gesagt, dass irgendwann Avatare auf der Bühne stehen könnten und handgemachte Musik verschwindet. Wie steht ihr dazu?
Max:
Ich glaube, das ist eine Perspektive von jemandem, der schon sehr viel gesehen hat. Wir betrachten das nicht so pessimistisch. Für uns hat handgemachte Musik nach wie vor ihren festen Platz.
Niko: Ich würde sogar sagen, dass genau darin eine Chance liegt. Wenn KI-generierte Musik zunimmt, könnte das den Wunsch nach echten Konzerten und unmittelbaren Erlebnissen wieder stärken. Gerade kleinere Shows und direkte Begegnungen könnten dadurch an Bedeutung gewinnen.

Ihr habt euch eine gewisse Reichweite erarbeitet. Habt ihr Tipps für andere Bands?
Niko:
Das ist schwierig zu pauschalisieren, weil jeder seinen eigenen Weg finden muss. Aber es ist immer wichtig, auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Man sollte offen für Neues sein und Dinge ausprobieren, aber genauso auch in der Lage sein, nein zu sagen, wenn sich etwas nicht richtig anfühlt.

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