CALL ME AMOUR

Foto© by Circular Wave

Neue Liebe?

Sie sind eine aufstrebende Alternative-Band aus Großbritannien und wenn es nach ihnen geht, dann sollte man sie mit den folgenden Begriffen beschreiben: inspiriert, verrückt und Liebe. Am 7. Februar erscheint die selbstbetitelte EP „Call Me Amour“, zeitgleich sind die Briten in Europa auf Tour. Sänger Harry Radford erzählt uns mehr.

Der erste Song auf eurer EP heißt „Happy hell“. Was für ein Ort ist diese glückliche Hölle?

Wir alle haben Träume, Hoffnungen auf ein besseres Leben, wir möchten mehr oder bessere Dinge besitzen. Das kann uns an einen paradoxen Punkt führen, an dem man vielleicht an Besitz gewinnt, sich aber selbst verliert. Wir leben in merkwürdigen Zeiten, in denen Social Media unseren Materialismus oder einen bestimmten Lifestyle ankurbelt. Es ist aber wichtig, sich daran zu erinnern, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Mehr Menschen als du glaubst leben in dieser glücklichen Hölle.

Mir ist euer Song „Bloom“ aufgefallen, der hebt sich stilistisch vom Rest der EP ab. Gab es auch im Schreibprozess Unterschiede?
Ja, schon. Geoff Murphy, unser Gitarrist, und ich haben den Großteil dieser Platte remote geschrieben. Ich habe die meiste Zeit in Dubai verbracht, dort ein Penthouse-Apartment gemietet und mich eingeigelt. Nur auf die Terrasse bin ich von Zeit zu Zeit gegangen, um meine Melodien in die Welt hinauszuschmettern. Niemanden um mich herum zu haben, der mich hätte hören können, fühlte sich befreiend an. An einem Nachmittag ist dann dort auch „Bloom“ entstanden. Darin geht es um Tiefschläge, die ich erlebt habe, aber auch um das Glück, in letzter Zeit das genaue Gegenteil zu erfahren, was mich als Mann und Musiker geprägt hat. Manche Songs brauchen Monate bis man sie fertigstellt, aber „Bloom“ entsprang an einem einzigen Tag.

Der Song ist ein Feature mit Scott Kennedy, dem Sänger von BLEED FROM WITHIN. Wieso hast du dich für ihn entschieden?
„Bloom“ hat einen düsteren Unterton und ich wollte unbedingt eine möglichst brutale Gesangspassage. Scott und ich sind seit über zehn Jahren befreundet. Ich habe ihn kennen gelernt, als ich noch in meiner alten Band YASHIN gespielt habe. Er war schon damals ein großartiger Screamer, also erschien es mir logisch, ihn nach einem Feature zu fragen. Als wir das Video zur Single gedreht haben, war er übrigens gerade auf Tour mit THE GHOST INSIDE. Ich glaube, er hat seinen Teil selbst gefilmt, vor einer weißen Wand in seiner Garderobe. Was für ein Typ!

Ihr wart schon mit Bands wie YOU ME AT SIX, DEAF HAVANA und MALLORY KNOX auf Tour, im Februar seid ihr mit SET IT OFF unterwegs. Was kann man bei einer Show von euch erwarten?
Live-Shows machen uns so richtig lebendig! Wir wollen die Verbindung zum Publikum und unsere Gedanken aus dem Alltag herausholen. Live-Musik ist heutzutage einer der letzten Anlässe, bei denen Fremde zusammenkommen und eine gute Zeit haben. Ihr könnt euch darauf einstellen, dass wir viel Energie mitbringen, es wird viel gelacht und gemeinsam gerockt.

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