CHURCH TONGUE

Foto© by Pure Noise Records

Ein Crashkurs

Die Band aus Indianapolis meldet sich lautstark und gewaltig aus ihrer selbstgewählten vierjährigen Auszeit zurück. Die Comeback-MCD dreht sich um die Facetten der Liebe und wirkt entsprechend intensiv und aufwühlend.

„‚You’ll Know It Was Me‘ ist eine Sammlung von Songs, die alles enthalten, was ich an Metal und Hardcore liebe“, erklärt Gitarrist Nicko Calderon, der auch bei KNOCKED LOOSE spielt. „Da ist alles dabei, was ich erreichen wollte. ,Heart of darkness‘ ist mein Lieblingstrack, denn er ist wie ein Crashkurs all meiner Einflüsse. Es war auch der erste Song, den ich für die Platte geschrieben habe. Er ist wie ein erster Handschlag. ,Bury me (One thousand times)‘ ist hingegen der wichtigste Track für mich, denn er ist eine Hommage an unseren verstorbenen Freund Steve Muczynski und die Freundschaft, die ihn und seine Band HOLLOW EARTH und uns verbunden hat. Ohne ihn gäbe es CHURCH TONGUE nicht.“ Die Stücke reichen auf verschiedenen Ebenen tief, und genau das war die Intention der Musiker. „Dynamik war beim Schreiben immens wichtig“, bestätigt Nicko. „In der Vergangenheit haben wir uns absichtlich hinsichtlich Moshparts und Breakdowns zurückgehalten. Rückblickend bin ich mir nicht sicher, warum. Um uns als Band weiterzuentwickeln, wollten wir diesmal große emotionale Parts mit harten Klängen kombinieren, um sicherzustellen, dass wir nicht stagnieren.“ Gesagt, getan – das Resultat ist gewaltig.

„Wir haben genau das erreicht, was wir uns vorgenommen haben“, kommentiert Nicko. „Oberflächlich betrachtet, wollten wir etwas Schnelles, Emotionales, Düsteres und Schweres erschaffen. Für mich ist das genau das, was mich beim Hören sofort anspricht. Die Songs sind exakt so, wie ich sie mir vorgestellt habe.“ Nicko legt auch wert darauf, dass man CHURCH TONGUE nicht sofort in eine Schublade stecken kann: „Ich bin sehr stolz darauf, dass es eher schwierig ist, für uns ein ‚Für Fans von‘ zu definieren. Um ehrlich zu sein, war der Schreibprozess für diese Band immer nur unsere Interpretation und das Bestreben, unsere Einflüsse zu würdigen.“ Gleichzeitig betont er: „Für uns ist es wichtig, zu experimentieren, Risiken einzugehen und Genres zu mischen, solange das Ergebnis unserem Wesen und unseren Vorstellungen als Band entspricht.“ Nicko reflektiert aber auch die Herausforderungen: „Obwohl diese MCD ziemlich mühelos entstand, gab es natürlich Schreibblockaden, verworfene Demos und Riffs. Doch wenn man einen Schritt zurücktritt und ein Demo mindestens einen Tag stehen lässt, relativiert sich vieles. Wenn ein Song mit ausgeruhten Ohren gehört immer noch eine Reaktion oder Emotion hervorruft, dann ist er gut genug, um zu bleiben.“ Das leidenschaftliche und intensive Ergebnis spricht für sich und zeigt, dass CHURCH TONGUE wissen, wie sie die Zuhörer ansprechen müssen, um etwas tief in ihnen bewegen zu können.

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