DEATH BY UNGA BUNGA

Foto© by Magnus Jovik

Das siebte Weltwunder

Norwegen ist ein steter Quell für feine Bands, und ja, DEATH BY UNGA BUNGA sind nicht erst seit gestern dabei, man hat (oder hätte) sie also schon längst mal wahrnehmen können mit ihrem eigenwilligen Ansatz, Skandi-Rock und Power Pop zu kombinieren. Wir nahmen das neue Album „Raw Muscular Power“ zum Anlass für ein paar Fragen, Ole und Sebastian antworteten.

Fragen zu Bandnamen sind etwas lahm, aber 2003 veröffentlichten THE MUMMIES ein Album mit dem Titel „Death By Unga Bunga“. Kommt der Name am Ende daher?

Sebastian: Voll ins Schwarze getroffen! Wir standen schon immer auf Garage-Rock und Punk, und in unseren Anfangsjahren, die mit den Anfängen von YouTube zusammenfallen, haben uns THE MUMMIES mit ihrem fiesen Sound und ihren Videos wirklich verzaubert. Sie glaubten tatsächlich, wir wären eine MUMMIES-Coverband, als wir vor vielen Jahren in Oslo für sie eröffneten. Sie waren anscheinend ziemlich verwirrt, als wir auf die Bühne gingen und unser eigenes Ding durchzogen.

Wir erinnern uns an den Mistkerl Berlusconi, der lange den Ministerpräsidenten von Italien gab. Er war in einen Sexskandal verwickelt, der als „Bunga Bunga“ bekannt ist. Das ist nur ein „B“ von euch entfernt ...
Sebastian: Wir haben im Laufe der Jahre tatsächlich viele Shows in Italien gespielt, sogar als er noch Regierungschef war. Viele Leute sagten zu uns, dass wir wirklich mutig seien. Zum Glück sind wir nicht sehr clever und können Risiken nicht so gut einschätzen ... Wie sagt man so schön? Den Mutigen gehört die Welt. Was die Verbindung zwischen uns und Sexpartys angeht: Kein Kommentar.

Wie ging das einst los mit euch?
Sebastian: Obwohl wir uns alle schon seit der Schulzeit kennen, habe ich die Band damals noch mit ganz anderen Leuten gegründet, so dass es ein paar Jahre gedauert hat, bis wir die aktuelle Besetzung hatten, die jetzt seit 2012 unverändert ist. Unsere Heimatstadt Moss bot ein großartiges Umfeld, um eine Band zu gründen, da es keine sehr große Gemeinde ist, wo aber viele Menschen leben, die sich für Musik, Tanz und Theater interessieren.

Der Begriff „Powerpop“ wird heute oft sehr unpassend verwendet – aber nicht in eurem Fall. Erzählt uns doch was über eure musikalische Sozialisation und welche Bands und Einflüsse euch geprägt haben.
Sebastian: Wir sind zu gleichen Teilen von Garage-, Punk-, Classic Rock und Powerpop geprägt, mit vielleicht ab und zu einem Schuss Metal. Heute bezeichnen wir uns im Grunde einfach als Rockband. Am Anfang haben wir uns hauptsächlich mit Garage-Rock beschäftigt und uns gerne die berüchtigten „Nuggets“-Compilations und Ähnliches angehört, aber das hat vor etwa zehn Jahren begonnen uns ziemlich zu nerven. Ich habe mich bei Musik schon immer sowohl von diesem Hauch von Gefahr als auch von Humor angezogen gefühlt, wobei ALICE COOPER, THE STOOGES und MC5 Bands sind, die beides in sich vereinen. Ich mag auch Hardcore-Punk, insbesondere alle Veröffentlichungen von Labels wie Static Shock Records. Alle anderen Jungs in der Band haben auch ihre eigenen Einflüsse, so dass wir uns wirklich wohl dabei fühlen, dass wir „wie wir selbst“ klingen, egal, was wir im Studio machen.

Euer Album-Artwork ist ... interessant.
Ole: Das Artwork von „Raw Muscular Power“ basiert auf dem Cover unseres vorherigen Albums „Heavy Male Insecurity“. Aber jetzt zerlegt der harte Kerl und Barbar, der das Gewicht der Welt auf seinen Schultern trug, das fünfköpfige Monster, also uns, in einem epischen Kampf um Stärke und Ehre. Das Artwork stammt von Joel Soos, einem guten Freund und großartigen Tätowierer aus Oslo, den man bei Instagram unter @joelbluearms findet.

„Raw Muscular Power“ ist euer siebtes Album. Für manche ist die Sieben eine besondere Zahl. Sieben Todsünden. Ehen, die nach sieben Jahren in die Brüche gehen. Die sieben Weltwunder der antiken Welt ...
Ole: Es heißt oft, dass das zweite Album das schwierigste ist. Aber versuch mal, diese fünf Weltbürger und Partylöwen hier in einem Raum zu versammeln, um ein siebtes aufzunehmen. Wir präsentieren euch: Das siebte Weltwunder von DEATH BY UNGA BUNGA!

Erzählt mir von der Magie des Schnurrbarts. Ist ein Schnurrbart ein Muss, um in der Band zu sein?
Sebastian: Ich finde, er sieht bei Männern einfach gut aus. Das Schöne daran ist auch, dass potenzielle Partner:innen ihn entweder hassen oder wirklich, wirklich lieben. Dazwischen gibt es nichts.
Ole: Außerdem ist er gut für Essensreste und explosive Rockshows.

Ihr habt diesen einen Song auf Norwegisch namens „Ring meg hvis du trenger en venn“ und er hat wohl eine besondere Bedeutung.
Ole: Der Titel bedeutet „Ruf mich an, wenn du einen Freund brauchst“ und das ist genau das, was wir mit diesem Lied sagen wollen. Wir haben kurz vor Weihnachten eine Hotline eingerichtet, damit Menschen, die einfach mal mit jemandem reden mussten, uns anrufen und sich abreagieren konnten. Aufgrund technischer Probleme ist die Hotline jetzt leider für immer abgeschaltet. Im Ernst: Lasst euch nicht unterkriegen. Ihr habt immer noch fünf Freunde bei DEATH BY UNGA BUNGA.

Da ich gerade gelesen habe, dass Norwegen alle Autos mit Diesel- und Benzinmotoren verbieten will: Was ist mit Tourbussen? Habt ihr einen Elektro-Van oder was?
Ole: Unglaublich! Was kommt als Nächstes? E-Gitarren?!

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