DEECRACKS

Foto© by Marc Gärtner

Mit den MANGES auf den Spuren der RAMONES

Vor 50 Jahren gründeten sich die RAMONES, vor 35 Jahren erschien ihr Album „Brain Drain“. Diese beiden Jubiläen nahmen die zwei Ramonescore-Institutionen DEECRACKS aus Österreich und Andrea von den italienischen MANGES zum Anlass, das Album zu covern und damit die Tradition, RAMONES-Alben komplett neu einzuspielen, erfolgreich fortzusetzen. Das Album ist Ende November erschienen. DEECRACKS-Gitarrist Matt beantwortet unsere Fragen zu diesem Projekt.

Was macht für euch auch noch 50 Jahre nach ihrer Gründung das Phänomen RAMONES aus?

Die RAMONES waren eben die Ersten. Ich weiß, da gibt’s ein paar, die jetzt sagen werden: „Aber die SONICS, MC5, die STOOGES, die NEW YORK DOLLS?!“ Aber die RAMONES waren die Ersten, die den Punkrock-Sound definierten und dazu auch noch die passende Attitüde draufhatten. Sie waren einfach echt und originell in ihrer eigenen musikalisch limitierten Art. Das und die Tatsache, dass die Songs zeitlos sind, macht die RAMONES immer noch zu meiner absoluten „Number One Band“.

Das „Brain Drain“-Album feiert in diesem Jahr seinen 35. Geburtstag. Das reicht aber bestimmt nicht als Begründung dafür aus, dass ihr ausgerechnet das ausgewählt habt, oder?
Das Jubiläum ist schon ein Grund. „Brain Drain“ war aber auch das erste RAMONES-Album von Andrea Manges und mir. Was übrigens auch ein guter Grund für uns war, die Platte gemeinsam aufzunehmen. Seit den 1990ern wurde ja auch fast chronologisch von verschiedenen Bands ein RAMONES-Album nach dem anderen gecovert. Ich fand das eigentlich immer recht witzig. Und „Brain Drain“ war noch „frei“, also warum nicht?

Kritiker stellen oft heraus, dass Coverversionen nicht unbedingt für die hohe Kunst der Kreativität stehen.
Na ja, in erster Linie ist das jetzt eine Platte von Fans für Fans. Die MANGES und die DEECRACKS sind ja beide schon sehr von den RAMONES beeinflusst. Würde also auch wenig Sinn machen, wenn wir die Songs komplett umarrangieren und zum Beispiel Ska-Passagen einbauen würden, obwohl Johnny Ramone das sicher total geil gefunden hätte ... Wir haben da schon unseren eigenen Sound und sind das Ganze auch so angegangen, als würden wir ein neues DEECRACKS-Album aufnehmen. Und durch die Lead Vocals von Andrea ist der MANGES-Touch natürlich auch unüberhörbar.

Bei solch einem Projekt, ein tolles Original zu covern, kann man auch mal gnadenlos scheitern. Worin bestanden für euch die größten Herausforderungen und wie stellt ihr sicher, dass euer neues Album auch adäquat präsentiert wird?
Damit beschäftigen wir uns eigentlich kaum. Das Projekt, von der Studioaufnahme über die Gestaltung des Artworks bis zu den Videodrehs für die einzelnen Songs, hat einfach nur Spaß gemacht und wir sind alle hochzufrieden mit dem, was wir da abgeliefert haben. Die Leute können ja für sich entscheiden, ob es das alles wert war oder nicht. Für uns ist die Antwort klar.

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