© by Imani GivertzAlbum Nummer neun der US-Amerikaner steht in den Startlöchern. Wieder mal gibt es große Melodien, große Worte und großen Tatendrang. Wir haben Fronter Mike Hranica mit ein paar Fragen zu „Flowers“ gelöchert, wobei er nicht alle vollumfänglich beantworten wollte. Aber lest selbst!
Im November wird „Flowers“ endlich das Licht der Welt erblicken. Was geht in dir vor, wenn du dir das Album in diesen Tagen noch mal anhörst?
Ach, ich höre mir meine eigenen Songs tatsächlich wesentlich seltener an, als es die Menschen da draußen wohl erwarten würden. Aber ich weiß noch, wie wir uns gemeinsam die fertig gemasterte Version des Albums angehört haben. Das war großartig und sehr emotional. Jetzt freue ich mich einfach darauf, dass die Leute „Flowers“ bald von vorne bis hinten durchhören können.
Was schätzt du an der neuen Platte am meisten?
Das ist relativ einfach: Ich würde sagen, die Hooks. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das die besten Refrains sind, die wir je geschrieben haben.
Welcher Moment des Entstehungsprozesses ist dir in besonderer Erinnerung geblieben?
Kein konkreter, es war eher das große Ganze. Wir haben einen Großteil des Albums in einem Ferienhaus im Nordwesten von Arkansas geschrieben und ich habe die Wochen mit den Jungs dort sehr genossen. Es war eine wunderbare Zeit.
Was war die größte Herausforderung, die ihr dabei bewältigen musstet?
„Herausforderung“ ist das falsche Wort, denke ich. Aber es gab Veränderungen, und zwar sehr positive. Denn ich habe das Gefühl, dass dieses Album inzwischen viel mehr der Vision von unserem Frontmann Jeremy und unserem Keyboarder Jonathan entspricht, und gar nicht unbedingt meiner ursprünglichen Idee. Ich finde das aber eine glückliche Fügung, die beiden haben das Ruder übernommen. Und das hat hervorragend funktioniert.
Die Lyrics sind wieder mal sehr persönlich und emotional. Insbesondere die Textzeile „Maybe I shouldn’t be left alone“ hat sich bei mir eingebrannt. Gab es konkrete Vorfälle in eurem privaten Umfeld, die die Platte maßgeblich geprägt haben?
Die gab es natürlich. Tatsächlich würde ich diese Dinge aber gern für mich behalten. Ich denke, dass die Songs auch so ihre Geschichten erzählen. Und die darf jeder da draußen lesen, wie er möchte.
Hast du einen persönlichen Favoriten auf dem Album? Wenn ja, warum gerade dieser Song?
„Eyes“ ist definitiv einer meiner Favoriten. Der Track enthält so viele verschiedene Elemente. Seit der ersten, frühen Version geht mir der Song einfach nicht aus dem Kopf.
Wie werden eure Fans deiner Meinung nach auf „Flowers“ reagieren?
Ein Großteil des Materials spiegelt die Idee wider, dass es okay ist, „nicht okay“ zu sein. Und das meinen wir auch wirklich so. Es ist so wichtig, seine Probleme zu erkennen und sich Hilfe zu holen. So was passiert jedem. Ich hoffe, dass die Songs den Zuhörern in dieser Hinsicht etwas Mut machen können.
Ihr seid seit mittlerweile seit 20 Jahren am Start. Gab es auch Momente, in denen ihr ernsthaft daran gezweifelt habt, ob die Band weiter bestehen wird? Und falls ja, wie habt ihr diese Situation gemeistert?
Natürlich gab es diese Momente. Da waren einige echte Tiefpunkte dabei – nicht zuletzt die Pandemie, die unser ganzes Leben auf den Kopf gestellt hat. Ich selbst versuche immer, alles eher nüchtern zu betrachten und auf dem Boden zu bleiben. Einfach dankbar für die Zeiten zu sein, in denen die Dinge gut laufen. Ich denke, das ist der Weg.
In der Vergangenheit gab es immer wieder Diskussionen über eine „Weiterentwicklung“ eures Sounds. Habt ihr das Gefühl, dass ihr an einem Punkt angelangt seid, an dem ihr etwas etabliert habt, das keine Debatten mehr erfordert?
Ich weiß wirklich nicht, ob wir jemals den Punkt erreichen können, ab dem die Leute nicht mehr über unseren Sound diskutieren. Ich sage mal so: Wir machen, was wir machen und was uns Freude und Erfüllung gibt. Jeder darf eine Meinung dazu haben. Aber dabei möchte ich es dann auch belassen.
Wir haben das 20-jährige Bestehen ja schon erwähnt. Hast du trotzdem noch bestimmte Ziele, die du mit deiner Band gerne erreichen möchtest?
Es gibt und geht immer mehr. Ich für meinen Teil wünsche mir, immer präsent und da zu sein, aber zugleich fällt mir das auch schwer. Letztendlich möchte ich die Reichweite der Band natürlich maximieren. Mehr Leute sollen zu den Konzerten kommen, mehr Leute sollen die Songs hören. Aber das ist, denke ich, das Ziel jeder Band.
Würdest du sagen, dass du tatsächlich stolz auf das bist, was du gemeinsam mit den anderen Jungs erreicht hast?
Absolut. Ich bin sehr stolz und dankbar, Mitglied dieser Band sein zu dürfen.
Welche Songs von „Flowers“ werden wir bald definitiv live hören?
Ich habe „So low“ und „Everybody knows“ ausgiebig geprobt. Ansonsten mal sehen. Ich freue mich jedenfalls tierisch darauf, die Songs bald zum ersten Mal live zu spielen. Das wird spannend!
Was dürfen wir generell von euch in der Zukunft erwarten?
Ach, sagen wir mal so: Der Vorgänger „Color Decay“ hat uns gelehrt, dass wir einen Albumzyklus wirklich richtig auskosten müssen. Wir freuen uns darauf, das nun mit „Flowers“ zu tun. Das bedeutet: Ab auf Tour, und zwar lange! Dann schauen wir weiter.
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