FEROX 22

Foto© by Marcel Weist

Oldschool Skatepunk

Ehrlicher, handgemachter Skatepunk funktioniert auch 2026 noch immer einwandfrei – das beweisen FEROX 22 aus Worms mit ihrer neuen EP „Right Back To The Start“ mit Bravour. Sänger und Gitarrist Torben erklärt uns die Faszination, die dieses Genre auch heute noch ausübt. FEROX22 sind außerdem Arne (bs) und Falko (dr).

Stell euch bitte mal vor.

Wir sind FEROX22 und wir spielen melodischen Skatepunk. Angefangen haben wir bereits 1996 unter anderem Namen. Über die ganzen Jahre hinweg durchlief die Band dann ein paar Besetzungswechsel. In den 2000ern haben wir auch richtig viel gespielt, waren in ganz Deutschland unterwegs, im angrenzenden Ausland, vor allem in Österreich und den Niederlanden und haben auch eine Tour in Großbritannien gespielt. Das alles DIY, kein Label, keine Booking-Agentur.

Euer letztes Album „Down This Road“ datiert auf 2010. Es hat also ganze 15 Jahre gedauert, bis ihr mit neuem Material um die Ecke kommt.
Ja, das Album kam 2010 und markierte gleichzeitig das damalige Ende der Band. Wir waren im Gespräch mit Labels und bereit, den nächsten Schritt als Band zu gehen. Letztendlich ist unser zweiter Sänger aber in die USA ausgewandert und alles ist geplatzt. Wir brauchten dann einen Cut und haben die Band aufgelöst. Nachdem wir zwischenzeitlich in anderer Besetzung unter dem Namen AMEGAPHON weitergemacht haben, entwickelte sich immer mehr der Wunsch, FEROX 22 wiederzubeleben und neue Songs zu schreiben, die sich auf das zurückbesinnen, woher wir kommen – Oldschool Skatepunk à la Fat Wreck oder Burning Heart.

Und eure neue EP „Right Back To The Start“ ist genau das – eine Hommage an den kalifornischen Punkrock der 1990er Jahre.
Ha, absolut richtig!

Warum ist Skatepunk 2026 noch immer so faszinierend?
Generell erfreut sich Skatepunk ja gerade wieder großer Beliebtheit. Ich denke, in Zeiten, in denen KI immer relevanter wird, auch was Musikproduktionen angeht, schätzen die Leute einfach handgemachte Musik. Wenn dann die Produktion noch ehrlich klingt und auch die Texte einen Nerv treffen, dann wird’s authentisch. Für uns ist Punk auch immer politisch. Gerade in unsteten Zeiten wie heute ist Haltung wichtiger denn je.

Die neue EP enthält fünf Songs und alle sind maximal drei Minuten lang. Ein guter Punkrock-Song braucht also nicht wirklich viel. Worin liegt für euch dabei die Magie?
Wir wollten vor allem direkt sein, sowohl von den Texten, vom Songwriting als auch vom Sound her. Wir wollten nichts Verkopftes und haben deshalb auch nicht bis ins Unendliche an den Songs rumgefeilt oder sie irgendwie überproduziert. Der Opener und Titeltrack „Right back to the start“ zum Beispiel dauert gerade mal 30 Sekunden, hat einen Strophen-Teil, einen Refrain-artigen Teil und befasst sich mit der Angst vorm Scheitern beziehungsweise davor, falsche Entscheidungen zu treffen. Aus Songwriting-Sicht ist eigentlich alles daran falsch, haha.

Wovon handeln die neuen Lieder?
Einen klassischen roten Faden gibt es nicht und obwohl wir uns ein paar Gedanken um das ganze Paket gemacht haben, ist es kein konzeptioneller Release. Die Songs behandeln vor allem persönliche Fragen sowie Themen unserer Zeit. Und dazu gibt es als Punk ja einiges zu sagen. Ich selbst bin bekennender und leidenschaftlicher Zweifler. Das kommt immer wieder durch. Als Gesellschaft stehen wir vor riesigen Problemen, Zukunftsängste sind auch in unserem Alter noch verbreitet. Zwei von uns dreien haben Kinder. Da kann man ob der aktuellen politischen Entwicklungen schon mal ins Grübeln kommen. Umso wichtiger ist es, sich zu positionieren. Auch dazu finden sich Songs auf der EP, vor allem „Heart in hand“.

Gehe ich recht in der Annahme, dass ihr bald mit einem Album nachlegen werdet?
Wir haben auf jeden Fall schon neues Material und schreiben weiter fleißig an Songs. Ursprünglich war der Gedanke, der EP ein Album folgen zu lassen. Davon sind wir aber wieder ein bisschen weg. Vielleicht ist es sinnvoller, in EPs oder einzelnen Songs zu denken.

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