FOR YOUR HEALTH

Foto© by 3DOT Recordings

Diversität im Sound

Das in Ohio ansässige Quintett hat sich Diversität auf die Fahnen geschrieben. Dabei zieht sich dieser Ansatz auch durch die Musik, die nur schwer einzuordnen ist. Screamo? Shoegaze? Post-Hardcore? Wir versuchen mit Gitarristin Rosa ein wenig durch das Chaos zu steigen.

Als ich mich mit FOR YOUR HEALTH auseinandergesetzt habe, war ich etwas überrascht, dass „The Bitter Garden“ überhaupt existiert – du hast mal gesagt, dass die Band sehr instabil war und ihr viel durchgemacht hat ...

Ja, ehrlich gesagt bin ich manchmal auch überrascht. Diese Band hat Besetzungswechsel, Burnouts, persönliche Verluste, den globalen Zusammenbruch – was auch immer – durchgemacht. Aber letztendlich liegt uns zu viel daran, um sie sterben zu lassen. Selbst wenn es schwierig war, einen gemeinsamen Nenner zu finden, war die Musik immer ein Ankerpunkt für uns. „The Bitter Garden“ entstand in einer wirklich dunklen Zeit, aber ich denke, genau deshalb klingt es so wunderbar roh. Wir haben das Album nicht gemacht, weil alles gut war. Wir haben es gemacht, weil wir es mussten – es ging ums Überleben. Ich habe viele dieser Texte in einer Zeit der Trauer und Frustration geschrieben, aber seltsamerweise war es auch eine Zeit der Klarheit. Wir haben uns auf diese Instabilität eingelassen, anstatt sie zu bekämpfen. Ich denke, deshalb klingt das Album jetzt so, wie es klingt.

Die Musik von FOR YOUR HEALTH ist so vielfältig und divers wie ihre Mitglieder. Würdest du zustimmen, dass eure Persönlichkeiten und Erfahrungen den Sound der Band geprägt haben?
Ja, auf jeden Fall. Diese Band würde nicht so klingen, wenn nicht jeder von uns seine kleinen seltsamen Obsessionen und Einflüsse einbringen würde. Niemand scheut sich wirklich, etwas Chaotisches oder Unerwartetes vorzuschlagen – zum Beispiel bringt jemand ein Hardcore-Riff mit, und jemand anderes sagt: Cool, wie wäre es stattdessen mit einem Shoegaze-Part? Und irgendwie funktioniert das dann. Manchmal ist es schwierig, sich zu einigen, weil wir alle sehr meinungsstark sind und emotional involviert. Aber ich glaube, dass die Meinungsverschiedenheiten dazu beitragen, dass die Songs lebendiger wirken. Wenn wir uns immer einig wären, wäre die Musik langweilig. Es gibt also Spannungen in diesem Prozess, aber diese Spannungen sind Teil des Sounds.

Wenn du auf die Aufnahmen und das Album blickst – worauf bist du bei „The Bitter Garden“ am meisten stolz?
Ganz ehrlich? Dass es überhaupt existiert. Dass wir diese Zeit überstanden haben und immer noch zusammen Musik machen. Musikalisch bin ich stolz darauf, dass wir keine Kompromisse eingegangen sind. Wir hätten etwas leichter Verdauliches machen können, aber das haben wir nicht getan. Wir haben etwas Ehrliches geschaffen. Es ist chaotisch, hässlich, manchmal schön, manchmal unverständlich – genau wie das Leben, während wir es geschrieben haben. Und trotz aller Schwierigkeiten höre ich mir das Album immer noch an und erlebe etwas, das sich echt anfühlt.

Anzeige