© by Danielle ParsonsDer Sound von GRIDIRON aus Pennsylvania ist stark beeinflusst von den Bands der 1990er: DOWNSET., BIOHAZARD, BODY COUNT. Warum die so wichtig sind für GRIDIRON und welche Connection Gitarrist Will und Sänger Karl zu Deutschland haben, erklären sie uns hier.
Seid ihr schon mal in Deutschland gewesen?
Will: Letztes Jahr haben wir drei Shows in Deutschland gespielt. Karl und ich hatten eine wunderbare Zeit. Ich war zum ersten Mal bei euch.
Karl: Eine tolle Erfahrung!
Will: Ich habe es geliebt.
Ich habe oft gehört, dass Deutschland auch gerade für Newcomer ideal ist, weil die Szene so lebendig ist und es all diese großen Festivals gibt.
Will: Ich denke, das ist eine Erfahrung, die viele Bands teilen. Wir hatten eine tolle Zeit und ich weiß nicht viel über deutsches Essen, aber ich kann sagen, dass sogar das Schnitzel, das wir in einem Einkaufszentrum gegessen haben, lecker war. Das muss also bedeuten, dass alles gut ist!
Karl: Meine Großeltern stammen aus Deutschland und als Kind gab es bei ihnen immer Rouladen und die habe ich schon eine Weile nicht mehr gegessen. Wir sind durch dieses Einkaufszentrum gelaufen und in dem Restaurant hatten sie Rouladen, also habe ich dort ein kleines Stück meiner Kindheit wiedergefunden. Das war ziemlich cool.
Sprichst du denn Deutsch?
Karl: Nicht wirklich. Mein Vater und meine Großmutter haben sich auf Deutsch unterhalten, wenn sie telefoniert haben und so weiter. Aber ich kann sehr, sehr wenig.
Will: Meine Oma ist auch von einer Seite her deutsch. Ihr Name war Haas.
Eigentlich wollte ich euch fragen, ob Bands wie DOWNSET. oder BODY COUNT, also der Crossover der 1990er Jahre euch beeinflusst hat, aber dann habe ich die BIOHAZARD-Poster hinter euch gesehen ...
Will: Ja, wir sind in den 1990ern hängengeblieben.
Karl: Ich habe das Gefühl, dass ich von der Musik aus dieser Zeit besessen bin. Ich weiß nicht, woran das liegt, aber ich bin schon immer auf den Hardcore- und Crossover-Sound aus den 1990ern abgefahren. Ich glaube, dass alles, was ich mache, also wirklich alle Bands, in denen ich in den letzten 15 Jahren gespielt habe, immer von Songs und Bands und Riffs aus den 1990ern inspiriert waren.
Will: Natürlich gefällt mir auch Musik aus anderen Jahrzehnten, einschließlich viele unserer heutigen Kollegen, aber aus irgendeinem Grund, ich weiß nicht warum, scheint die Musik aus den 1990ern besonders gut geschrieben zu sein und bietet heute noch jede Menge cooler Anregungen.
Karl: 90s Hardcore, 90s Metal und 90s HipHop – das sind meine drei Lieblingsmusikgenres. Also ja, wir haben definitiv viel aus den 1990ern übernommen, versuchen aber auch immer, dem Ganzen eine eigene, aktuelle Note zu geben.
Diese rohe und unpolierte Art des Hardcore erlebt gerade so was wie ein Comeback, oder?
Karl: Ja, ich finde, vieles klingt heute überproduziert, viel zu perfekt, wie dieser überproduzierte Sound der 2000er. Ich habe tatsächlich das Gefühl, dass die Hardcore-Produktion der 1990er Jahre wiederkommt, was ich wirklich cool finde. Es fühlt sich einfach so an, als ob echte Menschen die Songs spielen, im Gegensatz zu einer Drum-Machine oder irgendeinem Studiomusiker, der das macht.
Will: Es klingt einfach echt. Und das ist für mich wichtig.
Karl: Ja, es wirkt manchmal an wie ein Wettbewerb, wer ist der beste Gitarrist, wer kann am schnellsten Schlagzeug spielen? Und der eigentliche Song gerät dabei oft aus dem Fokus.
Will: Ich habe das Gefühl, dass es im Moment eine ganze Reihe von Bands gibt, vor allem im Death Metal und Metal, die sich nur dafür interessieren, wer am schnellsten spielen kann, wer den verrücktesten Song hat oder was auch immer, aber dabei verliert man den eigentlichen Sinn eines Songs aus den Augen. Ich versuche also, bei jedem Song, den wir schreiben, dafür zu sorgen, dass er einen umfassenden Ansatz hat und dass bestimmte Mitglieder dabei der Band glänzen können. Es geht eben nicht darum, zu wetteifern, wer die verrückteste Sache machen kann. Es geht um den Kern der Sache, der immer gleich bleibt, weißt du.
Also ist das eure Art, das Ganze frisch zu halten? Sich eher an den Ursprüngen wie dem legendären „Judgment Night“-Sampler zu orientieren als an den späteren Bands wie LIMP BIZKIT oder so?
Karl: Bei GRIDIRON hat eigentlich alles damit angefangen, dass ich Will ansprach und fragte: Hey, kannst du Songs schreiben, zu denen ich rappen kann? Das ist sozusagen das Fundament der Band. Aber wir haben uns seither natürlich weiterentwickelt. Ich glaube nicht, dass wir wirklich von Anfang an diesen einen bestimmten Sound hatten. Alles hat sich sehr organisch entwickelt und so ist es einfach passiert.
© by Fuze - Ausgabe #112 Juni/Juli 2025 und Dennis Müller