Gunnar Schröder, DRITTE WAHL

Foto© by Rupert Keplinger

Social Media (Teil 8)

In dieser Rubrik befragen wir Menschen aus der Szene zu ihrer Nutzung von (nicht nur) sozialen Medien. Die bestimmen unser aller Leben, aber es wird erstaunlich wenig darüber geredet, wer was wie nutzt. Diesmal beantwortet Gunnar Schröder von DRITTE WAHL unsere Fragen.

Bitte verrate uns, welche Social-Media-Plattformen du privat und geschäftlich nutzt, in welchem täglichen zeitlichen Umfang, und warum diese und warum jene kaum oder nicht.

Ich benutze Facebook, Instagram und seit kurzem auch TikTok. Der Umfang ist immer unterschiedlich. Wenn wir kurz vor einer neuen Veröffentlichung oder Konzertterminen stehen, mache ich da schon mehr. In „Ruhephasen“ versuche ich, mich und die Menschen da draußen etwas weniger zu nerven. Das rächt sich natürlich, weil die Algorithmen es belohnen, wenn man viele Postings macht und oft interagiert, aber ich brauche meine Social-Media-Auszeiten und die Leute draußen an den Endgeräten vielleicht auch. Wenn es nichts zu erzählen gibt, sauge ich mir nicht krampfhaft was aus den Fingern. Ganz schlau und wirksam ist das wie gesagt aber leider nicht.

Welche Quellen nutzt du, um dich musikalisch zu informieren?
Ich folge bei den oben genannten Plattformen und auf YouTube und Spotify – letzteres muss ich wirklich mal ändern! – natürlich den Bands und Künstlern, mit denen wir befreundet sind, und auch Menschen und Gruppen, die ich mag. Darüber bekomme ich schon hier und da News mit. Gerade bei YouTube und bei den Streaming-Anbietern mag die Funktion, bei der mir Künstler vorgeschlagen werden, die ähnlich sind wie das gerade gehörte. So entdecke ich viel für mich neue Musik. Die besten Tipps für interessante Musik kommen bei mir allerdings immer noch von Freunden, auch auf Festivals schaue ich mir gerne neue Bands an und ich gehe natürlich auch ab und an auf Konzerte und sehe die Support- und die Hauptacts.

... und welche für politische und gesellschaftliche Themen?
Politisch und gesellschaftlich ist es bei mir ähnlich wie musikalisch. Ich folge einigen Nachrichtenportalen und Organisationen und bekomme darüber schon vieles mit. Bei Themen, die mich mehr interessieren, lese ich noch mal genauer nach oder schaue mir Videos dazu an.

Und wie sieht es mit Printmedien aus?
Politische Zeitungen habe ich nicht mehr auf Papier. Musikalisch sind bei mir – natürlich – das Ox, Plastic Bomb und Deaf Forever regelmäßig im Briefkasten.

Welches Nutzungsverhalten hast du bei dir selbst beobachtet über die Jahre?
Ich lese kaum noch „richtige“ Zeitungen. Höchstens mal im Café oder im Wartezimmer. Am Handy hänge ich dagegen mehr, als mir eigentlich lieb ist. Das Verhältnis hat sich mit der Zeit mehr und mehr ins Netz verschoben. Gerade nachrichtentechnisch ist das natürlich oft auch aktueller. Gut tut es mir aber nicht, denn es ploppen ständig neue Seiten und Artikel auf, die ich dann anklicke, und so geht eine Menge Zeit ins Land.

Deine Prognose: Wohin geht die Reise in Sachen Informationsquellen?
Ich denke, es wird immer schwieriger werden, Wahrheit und Fiktion auseinanderzuhalten. Die KI-generierten Sachen sind schon heute kaum noch von realen Inhalten zu unterscheiden – und die Akteure fangen ja gerade erst an! Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, dass der Trend irgendwann wieder zu Printmedien zurückgeht. Es wird eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, mit diesen neuen Realitäten umzugehen, zumal von der Politik keine Hilfe zu erwarten ist. Die sitzt das momentan einfach nur aus, und wenn sie reagiert, dann viel zu spät. Es bleibt spannend!

Zum Schluss: Wo vertrödelst du gerne deine Onlinezeit ganz sinnfrei und rein zum Spaß?
Ich bleibe schon mal bei Instagram, Facebook oder YouTube hängen, ärgere mich aber danach regelmäßig über die verschwendete Zeit. Mein großes Vorhaben für 2026: Weniger online – mehr Zeit für Bücher und Musik!

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