HATE

Foto© by Maciej Pieloch

Machtkampf

Mit ihrem 13. Album „Bellum Regiis“ erfinden sich HATE nicht unbedingt neu. Trotzdem gelingt es den Polen auch nach über 30 Jahren immer noch relevant zu bleiben. Wir sprechen mit Frontmann Adam Buszko aka Perun V.

Warum hast du dich für dieses Album von Adam the First Sinner in Perun V. umbenannt?

Ich benutze beide Namen abwechselnd, aber im Fall der neuen Platte wollte ich hauptsächlich den Namen Perun V. verwenden, der vom slawischen Donnergott stammt. Zum einen, weil es viele Bezüge zur slawischen Mythologie in den Texten gibt. Zum anderen weil „Bellum Regiis“ sich deutlich von allem unterscheidet, was wir zuvor gemacht haben. Ich glaube, es repräsentiert einen neuen, kühnen, aggressiven Stil, auch durch eine andere Produktion, die diesmal David Castillo – CANDLEMASS, CARCASS, DARK TRANQUILLITY, KATATONIA – im Grondahl Studio in Stockholm übernommen hat. Durch die Zusammenarbeit ist es uns gelungen, diesen sehr kraftvollen, irgendwie modernen, durchschlagenden Sound mit einer unheimlicher Atmosphäre und viel Tiefe zu verbinden.

Wie war diesmal die Zusammenarbeit mit Michal Staczkun, der euch schon in der Vergangenheit bei der Orchestrierung ausgeholfen hat? Auf mich wirkt es so, als hättet ihr seine Fähigkeiten stärker genutzt als früher.
Sie war auf jeden Fall sehr fruchtbar. Ich arbeite seit dem „Erebos“-Album 2010 mit Michal zusammen. Wir haben seitdem bei jedem HATE-Album Samples und Orchestrierungen geschaffen. Diesmal gab es mehr ethnisch geprägte Klänge als zuvor. Wir wollten die Formel des neuen Albums so reichhaltig wie möglich gestalten und es insgesamt epischer klingen lassen.

Ihr wart dieses Mal für die Aufnahmen in Schweden. Warum habt ihr euch von Slawek Wieslawski abgewendet, mit dem ihr zuvor oft aufgenommen habt?
Wir wollten sozusagen unsere Komfortzone verlassen und die Formel neu definieren. Mit einem neuen Produzenten zu arbeiten, war eine Chance, unseren Sound aus einer anderen Perspektive zu betrachten, um dadurch etwas Ausgefeilteres und möglicherweise Kraftvolleres zu erschaffen. Wir fanden, es war höchste Zeit, diesen Schritt zu gehen. Ich habe einige bekannte Musikproduzenten angesprochen, aber David schien von unserem ersten Treffen in Stockholm ein Jahr vor der Aufnahme an die beste Wahl zu sein.

Worin unterschieden sich die Aufnahmen mit David Castillo von den bisherigen? Hat David Ideen zum Songwriting beigesteuert?
Wir haben diese Platte teilweise in Davids Studio in Stockholm und teilweise im Heinrich House Studio in Legionowo, Polen aufgenommen. David ist ein erfahrener Toningenieur und Produzent. Jede Platte, die er macht, hat ihren eigenen Charakter, was mir sehr wichtig ist. Er legt großen Wert darauf, die spezielle Eigenart einer Band herauszustellen. Er geht bei der Musikproduktion nicht schablonenhaft vor, wenn du verstehst, was ich meine. Als ich ihn zum ersten Mal traf, um über das neue Material zu sprechen, waren wir uns einig, dass unser Ziel darin besteht, ein Album zu schaffen, das hart zuschlägt und gut klingt, aber nichts an seiner Menschlichkeit einbüßt. Wir wollten unseren natürlichen, bühnentauglichen Sound so weit wie möglich bewahren. Das Album klingt daher ziemlich organisch und nah an unserem Live-Sound. Was das Songwriting betrifft, hat David sich überhaupt nicht eingemischt. Er machte uns einige Vorschläge für Schlagzeug-Arrangements hier und da; nur einige kleine, aber wichtige Änderungen, die wir umgesetzt haben.

Anzeige