© by Axiber Palacin2018 gegründet, erschien das erste Album dieses Quintetts aus dem Baskenland erst nach der Corona-Zwangspause. Mit ihrer neuen Platte „Inoren Itzala“ haben LARRU BELTZAK nun noch einen draufgelegt. Gitarrist Lauren stellt die Band vor und erläutert das Selbstverständnis der baskischen Punk-Szene. Mit in der Band sind außerdem Naiara (voc), Gartxi (dr), Ima (bs) und Ander (gt).
Was war der Grund, die Band zu gründen?
Sie ist eine Möglichkeit für uns, unsere Gefühle zu kanalisieren und der Routine zu entfliehen. Ein Ort, an dem wir uns frei fühlen, außerhalb der Fabrik und der Jobs. Und wir können Ideen zusammenbringen, um Songs zu kreieren und uns daran zu erfreuen. Ein paar Bier trinken, Bands und Leute treffen, das ist ein Vergnügen für uns.
Ist LARRU BELTZAK eure erste Band?
Wir waren bereits in lokalen Punkrock-Bands wie SOSPECHOSOS, GOLPE DE ESTADO, MOTZ, BANDA MUNIZIPALA oder PAPALAGI aktiv.
Was sind eure Einflüsse? Ich habe euch etwa mit THE CLASH verglichen.
THE CLASH gehören auf jeden Fall zu unseren Vorbildern, wie auch THE DAMNED, SEX PISTOLS, THE BOYS, STIFF LITTLE FINGERS, COCK SPARRER, REZILLOS ... Aber auch SOCIAL DISTORTION, US BOMBS, RANCID oder BAD RELIGION. Und natürlich die baskischen Szene-Bands wie R.I.P., KORTATU, ESKORBUTO, CICATRIZ, M.C.D. oder LA POLLA RECORDS.
Einfach gefragt: Warum spielt ihr Punkrock?
Vielleicht weil es hier im Baskenland in den 1980er Jahren eine unglaubliche Szene mit einigen wichtigen Bands gab und unsere Generation sehr davon beeinflusst wurde. Und drei Akkorde sind schließlich genug, oder?
Euer Bandname bedeutet laut dem Euskara-Übersetzer „Schwarzes Leder“. Ich sehe auf den Bandfotos aber niemanden, der schwarzes Leder trägt.
Hahaha, wir haben auch schon Leder getragen. Aber „Larru beltzak“ ist der Name eines Liedes der im Baskenland sehr populären Band HERTZAINAK, und es hat uns total inspiriert. Wir hatten die Band, wir hatten die Songs, aber wir hatten keinen Namen, also ...
Ihr singt durchweg auf Euskara und nicht auf Spanisch. Warum ist das so?
Wir fühlen uns nicht spanisch, wir leben nicht im spanischen Staat oder auf der spanischen Halbinsel. Wir fühlen uns baskisch. Mit den Menschen in Spanien hat das nichts zu tun, aber wir sind es nicht. Auf Euskara zu schreiben, das ist für uns die natürliche Art und Weise. Aber viele Sachen, die wir hören, sind auch auf auf Spanisch.
Euer erstes Album heißt „Nork Epaituko Du Epailtea?“, auf Deutsch: „Wer wird das Urteil fällen?“ Kannst du den Titel erklären?
Es geht um den Machtmissbrauch der spanischen Regierung, die Unterdrückung durch die Polizei ... Es ist eine Anspielung auf all die Ungerechtigkeit, die Intoleranz und die jahrelange ständige Verfolgung, die das Baskenland aufgrund unserer Ideale, frei von Spanien zu sein, erlitten hat. Um ein eigenes Land zu sein. Das ist der Grundgedanke.
Worum geht es im Text von „Barkamen bila“?
Es geht um Fälle von Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche, hier im Land und in ganz Europa, die jahrelang verschwiegen wurden, aber mit der Zeit ans Licht kommen.
Auf dem aktuellen Album habt ihr den Song „Heroina“.
Wir singen davon, dass wir keine Helden sein wollen, wie STIFF LITTLE FINGERS gesungen haben, und dass wir für niemanden ein gutes Beispiel sind.
Kannst du ein paar aktuelle Bands aus dem Baskenland empfehlen?
Aktuell wird die Streetpunk-Szene hier immer stärker mit Bands wie BRIGADE LOCO, ROTTEN XIII, KONTRALDE, 112, KALEKO URDANGAK oder GARRATZ.
Du trägst auf einem eurer Fotos ein DIE TOTEN HOSEN-T-Shirt. Welche anderen deutschen Bands kennt ihr?
Deutsche Musik ist hier nicht sehr verbreitet. Wir kennen nur ein paar Bands wie WALTER ELF, DIE ÄRZTE, JINGO DE LUNCH und natürlich unsere Kumpels DIE SCHWARZEN SCHAFE.
Auf dem Label Campary Records, das Armin von DIE SCHWARZEN SCHAFE betreibt, erscheint demnächst der Sampler „Screaming For A Better Future Vol. 5“ mit einem Beitrag von euch. Wie kam der Kontakt zustande?
Wir haben Armin durch Aitor Apurtu kennengelernt, einen Freund von uns. Er hat uns Armin vorgestellt, und dann hat der uns kontaktiert, um einige unserer Alben in Deutschland zu vertreiben. Später hat er uns vorgeschlagen, einen Song für die Compilation aufzunehmen. Wir sind sehr froh, dass Armin uns diese Chance gegeben hat. Und vielen Dank an alle beim Ox-Fanzine!
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