LOGO-IKONEN: Mackie Osborne

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SOCIAL DISTORTION Skelly-Logo (ca. 1983)

Ein mit was auch immer zugedröhnter X-Augen-Smiley mit einem Fedora/Trilby-Filzhut war auf Flyern noch bis Mitte der 1980er ein zentraler Bestandteil des SOCIAL DISTORTION-Schriftzugs. Eine augenzwinkernde Dauerparty mit morbider Note, das hat eigentlich schon die wesentlichen Skelly-Merkmale vorweggenommen. Das spätestens nach der Wiederaufnahme der durch Mike Ness’ Drogen- und Selbstzerstörungseskapaden mehrere Jahre pausierten SOCIAL DISTORTION-Aktivitäten in den späten 1980ern zum zentralen Erkennungsmerkmal aufgestiegene Skelett mit Kippe und Martiniglas war erstmals bei dem 1983 erschienenen Album „Mommy’s Little Monster“ auf Textblatt und LP-Etikett zu sehen, brauchte aber noch ein paar Jahre, um den eher unscheinbaren Smiley endgültig abzulösen.
Entworfen von Mackie Osborne – Künstlerin, Bassistin und seit Mitte der 1990er Ehefrau von MELVINS-Frontmann Buzz Osborne –, wurde es zufällig von Mike Ness entdeckt und für Bandzwecke vereinnahmt, wie er in einem Rolling Stone-Interview zugibt: „Das habe ich zufällig gefunden – es war auf einer Einladung zu einer Silvesterparty, die eine Freundin veranstaltet hatte. Als ich das sah, dachte ich mir: ‚Das ist es, genau das. Es geht um Leben und Tod, es geht ums Feiern.‘ Es fühlte sich einfach kraftvoll an.“ Mackie Osborne lebte damals noch in Fullerton, Kalifornien und war bereits ein sehr aktiver Teil der Punk-Szene von Orange County. Neben diversen Albencovern für befreundete Bands hat sie unter anderem auch das Hunde-Logo für die 1981 von Ur-SOCIAL DISTORTION- und ADOLESCENTS-Drummer Casey Royer gegründeten Band D.I. entworfen. Später folgten neben diversen MELVINS-Artworks auch aufwändige Cover für TOOL und Arbeiten für die VANDALS, ALL, CIRCLE JERKS oder SNFU.
Mackie erinnert sich 2013 im Gespräch mit punknews.org im Detail ein wenig genauer an das von Ness zweckentfremdete Skelly-Logo: „Das war eine ziemlich flotte Angelegenheit. Ursprünglich hatte ich das für eine meiner Neujahrskarten gemacht und Mike hat es dann, wie er mir später gebeichtet hat, sozusagen geklaut. Eigentlich wollten sie mir mal was dafür bezahlen, falls sie jemals Geld damit verdienen würden. Ich vermute mal, dass das bislang noch nicht eingetreten ist ...“ Brotlose Kunst also, schade drum, dabei ist Skelly Mackie Osborne in ihrer Essenz und eine gute Ausgangsbasis für die Erkundung ihres wunderbar schwarzhumorigen Werks: „Es ist immer interessant, Niedlichkeit und Zerstörung nebeneinander zu sehen. [...] Es kann uns daran erinnern, dass nichts von Dauer ist und dass wir nichts zu ernst nehmen sollten. Die Anerkennung der Tatsache, dass unsere Existenz ein sich ständig veränderndes, entwickelndes Abenteuer oder eine Art spannende Geschichte ist, kann eine Sicht auf das Leben bewirken, die einem durch schwierige Zeiten hilft.“

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