LOST PLACES OF PUNK AND HARDCORE TEIL 6

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Das „Revolution“ in Königsbronn

Nachdem Joachim und ich uns neulich über seine „Flashbacks“ ausgetauscht hatten, als er das Wochenende davor ein paar Tage in Heidenheim an der Brenz verbracht hatte, kam er im Skizzieren dortiger „Orte, an denen mal was war“ auf die glorreiche Idee, mich etwas zur losen Ox-Serie „Lost Places of Punk and Hardcore“ schreiben zu lassen; und zwar zum 1980er-Jahre-Szene-Schuppen „Revolution“ in Königsbronn, gelegen zwischen Heidenheim und Aalen, an der A7 von Norden her eine halbe Stunde vor Ulm. Meine erste Reaktion war: Das wäre wirklich geil, aber recherchemäßig eben doch sehr aufwändig. Ich habe mir das immer wieder überlegt; das „Revo“ war Mitte der 1980er Jahre ein unglaublich wichtiger Raum für uns Punx/Hardcores. Und wer dort alles gespielt hat ... Aber konkret vorstellen konnte ich es mir trotzdem nicht.

Das ist über vierzig Jahre her, aber ich wollte es dann doch versuchen, und wenn es am Ende nur eine Aneinanderreihung von Anekdoten wird. Denn woran kann ich mich in Bezug aufs Revo überhaupt noch erinnern? Wir reden hier ja über die Langzeitmnestik; und die vom Hippocampus getroffenen Entscheidungen, welche Informationen überhaupt darin eingespeist werden sollen. Der meistens in Schlafphasen vollzogene Prozess dieses Abspeicherns dauert allein etwa 24 Stunden pro als „würdig“ befundenem, assoziativ verwertetem Ereignis. Um also Informationen nun wieder abrufen zu können, müssen sie so heftig, so prägend, so einschneidend gewesen sein, dass sie damals für „immer und ewig“ in meinem Gehirn abgespeichert wurden – sozusagen als nachhallende Sozialisationsknalleffekte. Dies allein reicht aber noch nicht aus; denn das von mir als selbstreferenziellem Individuum Erlebte, Gesehene, Gehörte, Gefühlte ist immer nur ein an meine Person gebundener Ausschnitt aus dem, was die komplette Existenz des Revo als Ganzes ausgemacht hat. Ich muss also meine Erinnerungen immer auch ergänzen mit über mich hinausgehenden Informationen, die nach solch vielen Jahren überhaupt noch gesichert recherchiert werden können; meinetwegen über ehemalige Weggefährt:innen. Okay, dann mal los!

Das Revolution
Das Königsbronner Revo war eine typische 1980er-Jahre-Sache. Von außen sah es aus wie eine mit Graffiti überzogene Lagerhalle, rechts am Ende der von der Aalener Straße abgehenden Eichhaldenstraße stehend. Ich würde mal schätzen, dass es um die 150 Quadratmeter Grundfläche hatte. Dort war noch eine Steinmetzfirma ansässig; heute steht auf dem Areal ein Rewe. Da gingen, wenn es vollgestopft wurde mit Menschen, vielleicht 100, maximal 120 Leute rein. Es gab, wenn mensch hineinkam, rechts eine ziemlich niedrige Bühne, davor so eine Art Tanzfläche, aus Beton natürlich, hinten nahm dann die Theke fast die ganze Breite ein und links davon ging es in den Toilettenbereich. Alles ziemlich schmuddelig und heruntergekommen; mitten in Königsbronn, einem Ort, der etwa 6,5 Kilometer von Schnaitheim entfernt ist, wo ich die ersten zwanzig Jahre meines Lebens verbracht habe. In äußersten Notfällen sind wir die Strecke auch gelatscht, haben etwa eine Stunde dafür gebraucht.

Über Königsbronn könnte eine eigene Abhandlung geschrieben werden, als wichtiger politischer Referenzpunkt für uns als adoleszente, punkige, hardcorige Antifas, die die Erinnerung an den hier aufgewachsenen Rotfront- und konsequenten Widerstandskämpfer Georg Elser gegen alle Hürden aufrechterhalten wollten. In Schnaitheim selbst gab es – nach jahrelangem Ringen mit den Heidenheimer Behörden, die bereits 1961 (!) in Heidenheim ehemalige Wehrmachtsangehörige ein riesiges geschichtsrevisionistisches Rommel-Denkmal haben installieren lassen – seit 1971 immerhin eine Georg-Elser-Anlage und 1972, also elf Jahre nach der Einweihung des unerträglichen Rommel-Schandflecks, wurde in diesem kleinen Park das erste Georg-Elser-Denkmal überhaupt aufgestellt. Der gescheiterte Hitler-Attentäter hatte eine Zeitlang ganz in der Nähe, in der Brenzstraße 16, gewohnt. Dieser Gedenkstein war in den folgenden Jahren immer wieder brutalsten Anschlägen von Faschos aus der Region ausgesetzt; einmal wurde sogar die massive Gusstafel brachial aus dem Findling herausgehebelt und irgendwo im nahegelegenen Itzelberg hingeschmissen. In Königsbronn selbst gab es aber noch lange nichts, was an Elser erinnerte. Erst 1998 – da lebte ich schon seit sieben Jahren in Heidelberg – fing es mit einer Wandplatte an jenem Ort an, wo Elser aufgewachsen ist. Heute gibt es tatsächlich vieles in Königsbronn und Umgebung: eine Statue am Bahnhof, ein symbolisches Grab, eine große Gedenkstätte in der Nähe des Brenzursprungs, eine Georg-Elser-Schule ...

Im Revo also, dort in Könisgbronn, wo jener Mensch groß geworden ist, der im Alleingang fast den Lauf der Weltgeschichte verändert hätte, hingen wir jungen Punx oft herum. Nicht nur auf Punk-Konzerten, sondern auch bei ganz alltäglichen, unweigerlich zum Absturz führenden Kneipenabenden oder Discos. Hingekommen sind wir meistens durch Trampen; etwas, das mensch hierzulande kaum noch zu sehen bekommt. Nur das Zurückkommen war immer ein Problem; stell dir ein ostälblerisches Kaff vor, in dem du dich nachts um 1:30 Uhr an die Bundesstraße stellst und den rechten Daumen heraushängst!?

Die B19 (Aalener Straße)
Vielleicht war das der Grund, diese durch Königsbronn führende und äußerst stark frequentierte B19 punkkollektivistisch „überwinden“ zu wollen. Wenn wir mal wieder zu zehnt oder zu elft besoffen oder zugedröhnt vor dem Revo rumhingen, und es offensichtlich war, dass ein Daumenraushängen an der B19 zu keinem Lift Richtung Heidenheim führen würde, kam ein lebensmüder Punkrocker aus unseren Reihen auf die eindeutig suizidale Idee, während des heftigen, permanenten Brüllens eines bestimmten Schlachtrufs vom Revo aus schnurstracks Richtung nahegelegener B19 zu rennen und diese – ohne nach rechts oder links zu blicken – auf direktem Wege zu überqueren. Leider ist mir der Schlachtruf mittlerweile entfallen; ich glaube, es war so etwas wie ein langgezogenes „Shoooooot“ – sicher bin ich mir natürlich nicht ... Das war irre! Und doch ist nie jemand von uns von einem plötzlich heranbrausenden Auto mitgerissen worden; obwohl es welche gab, die die „Regeln“ dieser Kamikaze-Aktionen sehr ernst nahmen. Vielleicht, weil sie den „Sieg“ über die B19 zu einem Initiationsritus erhöhten – aber weshalb?! Um dadurch „die Aufnahme in die Welt der Erwachsenen“ zu vollziehen? Bullshit! Da wollten wir gar nicht hin. Wir waren bereits feste Bestandteile einer nach eigenen Kodizes funktionierenden Clique, einer Meute, eines Milieus; und die sogenannte Gesellschaft, deren Exponent:innen immer auf uns eingeprügelt haben, war uns scheißegal – siehe DRI: „I don’t need society“ Heute denke ich, dass wir als an den damals herrschenden Verhältnissen zerbrechende Vorkriegsjugendliche zu selbstzerstörerischen, autoaggressiven Verhaltensweisen neigten und das jeweils eigene Leben beziehungsweise Überleben nicht allzu hoch hängten – es konnte sowieso jeden Moment mit uns allen zu Ende sein. Dieses Eschatologische führte bisweilen dazu, dass wir Bakunins berühmtes Diktum, dass die „Lust der Zerstörung zugleich eine schaffende Lust“ sei, auf den eigenen Körper anzuwenden versuchten – und ihm dadurch den revolutionären Impetus nahmen. Absorbierter Nihilismus, Defätismus.

Sub- beziehungsweise gegenkulturelle Gewaltförmigkeit
Aber auch Gewalt gegen andere gab es im Revo im Überfluss; und die kann im Nachhinein nicht ausschließlich mit geopolitisch grundierter Endzeitstimmung charakterisiert werden. Was ich da alles miterleben, mitansehen musste! Das damalige Setting im Revo war ja ein radikal anderes als heutzutage: Trotz der im Südwesten der BRD sehr starken Jugendzentrumsbewegung der 1970er Jahre war es nicht überall zu einer auch an den Treffpunkten festmachbaren Milieudistinktion gekommen, so dass du Anfang der 1980er Jahre noch mit dem Phänomen konfrontiert warst, dass Rocker, Skinheads, Punx, Edger:innen, Mods ein und denselben Laden aufsuchten, um dort – alle auf ihre jeweilig spezifische Art – „Spaß“ zu haben. Da diese Läden, wie etwa das Revo, aber nicht von der uns alle prägenden Dominanzgesellschaft entkoppelt und auf einem befreiten Paralleluniversum abgesetzt werden konnten, wurden dorthin alle Frustration, alle Wut, alle Konkurrenz, aller Weltschmerz und auch alle toxische Männlichkeit mitgenommen: milieuübergreifend, milieuüberschneidend.

Blutüberströmte Glatze
Ein Bild aus dem Revo hat sich in diesem Zusammenhang unauslöschlich in mein Gedächtnis eingebrannt: Es war ein Punk-Konzert an einem Abend irgendwann Mitte der 1980er Jahre. Und da war mal wieder alles anwesend; Skins, Rocker, Punx. Und irgendwie haben einige der Rocker, zu deren Milieuspezifikum es elementar genuin gehörte, draußen in der Welt brutalsten handgreiflichen Stress anzufangen und andere körperlich zu drangsalieren und zu verletzen, eine stetig eskalierende Auseinandersetzung mit ein paar Skins angefangen, die ich auch nicht gerade sympathisch fand. Schließlich hat einer der Rocker einem sehr großen, sehr massigen Glatzkopf mit voller Wucht eine Flasche auf demselben zertrümmert. Vielleicht ist in jenem Moment noch von irgendjemand Tränengas versprüht worden. Jedenfalls sind danach alle Revo-Insass:innen nach draußen gestürmt, das Konzert wurde abgebrochen, und alles endete im Chaos. Ich stand nun ebenfalls vor der Tür und musste direkt mitansehen, was sie aus dem Skinhead „gemacht“ hatten: Die Glatze war förmlich aufgeplatzt, das Blut floss in Strömen über seinen ganzen Kopf; er stand unter körperlichem Schock, konnte aber noch stehen, und hat die ganze Zeit gejammert. Er sah aus wie ein aufgeschlagenes weichgekochtes Ei, aus dem dicker, dunkelroter Dotter läuft. Das werde ich niemals vergessen. Hier hatten harte, von unreflektierter Wut zerfressene, aggressive Cis-Männer einen Konflikt mit Gewalt „gelöst“; danach war es zu Ende, der „Gegner“ der Rocker war zerstört, der flaschenzerdeppernde Kuttenträger hatte das „Problem“ gelöst (ohne andere um Hilfe bitten und ohne sich später für irgendetwas oder bei irgendjemandem entschuldigen zu müssen); und dem „Unterlegenen“ wurde etwas genommen, das Teil des eigenen milieuspezifischen Ideals (hier: der Rocker) ist und zu bleiben hat: Schmerzresistenz!

Punk und Gewalt
Gewalt ging aber auch von Punx aus! Und dies beispielsweise bei einem legendären Konzert im Revo. Unter dem Motto „Punk aus dem Norden“ gaben sich am 10. März 1984 RAZZIA und DIE REGEL aus Hamburg die Ehre, komplettiert durch ROTE FRONT aus München und VERFAULT UND BESOFFEN aus Schwäbisch Gmünd. Ich war 15, und ich habe RAZZIA vergöttert; für mich und Roger, mit dem zusammen ich sie abkultete, ging also ein Traum in Erfüllung, denn RAZZIA waren Punksozialisationspusher höchsten Levels! Und die kamen ins Revo! Es war dann aber tatsächlich nicht wirklich überfüllt; vielleicht waren fünfzig Leute da, vielleicht auch achtzig, aber mehr definitiv nicht. Dafür aber keine Deppen. Eine Person fiel uns gleich auf: der Sänger von DIE REGEL, ein böse dreinschauender, beeindruckender Zwei-Meter-Punkhüne mit blondierter Mähne, der noch allgemeines Thema werden würde. Vielleicht war es der Soundcheck, vielleicht spielten sie aber auch schon „richtig“; jedenfalls standen DIE REGEL irgendwann auf der Bühne, vor der nichts los war, und hackten ein bisschen auf ihren Instrumenten herum. Mit dem Mikro des Hünen stimmte aber irgendetwas nicht. Da näherte sich einer der beiden Betreiber des Revo der Bühne und geriet in einen heftiger und heftiger werdenden Disput mit dem Sänger. Wahrscheinlich ging es um dessen Mikro, das nicht so richtig funktionieren wollte und vom Mischer auch nicht instand gesetzt werden konnte. Plötzlich sprang der Sänger hasserfüllt von der Bühne herunter und raste auf den einen Kopf kleineren Revo-Checker zu und haute ihm in einer heftigen, ungebremsten Vorwärtsbewegung seine rechte, senkrecht nach oben angewinkelte Handfläche voll in die Fresse. T., Halbbruder eines Mitglieds unseres Punker:innenmobs, fiel durch diesen massiven Schlag in hohem Bogen nach hinten; die Fresse blutete stark und er hatte einen Vorderzahn weniger. Das Krasse war, dass das Konzert dieses Mal nicht abgebrochen wurde. Wir durften also RAZZIA zum ersten Mal live erleben. Auch dies bleibt unvergessen – an Intensität, Wucht, Vehemenz nicht mehr zu toppen ...

Jump Boots vs. Chucks
Und genau an jenem Abend, an dem alle damit gerechnet hatten, dass es im und vorm Revo krachen würde, ist tatsächlich nichts Eklatantes passiert – es blieb bei wüsten Beschimpfungen. SKEEZICKS (siehe Interview in Ox #159) hatten sich angekündigt; und diese bereits 1984 in Nagold gegründete Band stand unmissverständlich für die grundlegende innere und äußere Umkrempelung einer gegenkulturellen Jugendbewegung, die antibürgerlichen Habitus oftmals ausschließlich mit der drogeninduzierten Destruktion des jeweils eigenen Körpers in Kongruenz setzte; und zwar in Springerstiefeln oder Knobelbechern (Docs waren schon damals viel zu teuer). Dieser neue SxE-Shit aus USA, der dir von MINOR THREAT knüppelhart präsentiert wurde, kam nicht mehr auf klobigen, nietenbesetzten Jump Boots daher, sondern trug Chucks von Converse. Mit denen konnte mensch beim Pogen zwar niemanden zusammentreten; aber auf dem Skateboard sahen die Träger:innen damit verdammt gut aus. Auch das werde ich niemals vergessen: Vor dem Revo, einem echt harten Ort des Zusammenkommens richtig fertiger Gestalten, kamen SKEEZICKS mit ihrem Bandbus an, stiegen aus und direkt auf ihre Boards, um demonstrativ zwischen den herumlungernden und bereits angeglühten Punx herumzucruisen. Das war ein Spaß! Der nicht in maskulinen, lebensgefährlichen Revierkämpfen endete ... SKEEZICKS-Bassist Armin Hofmann hatte damals ein sehr eindrückliches Auftreten als reflektierender Teil einer bereits fast zehn Jahre alten sozialen Bewegung, die nicht im Immergleichen dahinsiechen, sondern stets kämpferisch und bei allen Sinnen nach vorne gehen sollte. Leider lebt auch er nicht mehr ...

Feuerwehreinsatz
Auch die Berufsfeuerwehr musste einmal anrücken. Wir lungerten in einer größeren Punk-Truppe saufend auf dem Parkplatz vor dem Revo herum, als jemand der festen Überzeugung war, alles leicht Brennbare auf einen Haufen legen und ihn dann anzünden zu müssen. Wahrscheinlich hatte niemand damit gerechnet, aber der zu einem ansehnlichen Scheiterhaufen gewordene Müll brannte schließlich lichterloh, die Flammen waren wirklich beeindruckend und wir hatten unseren Spaß damit. Irgendwelche Menschen, die vielleicht in der Nähe wohnten oder es sonst irgendwie mitbekommen hatten, fanden das alles aber gar nicht spaßig und befürchteten, das Feuer könne um sich greifen und Personen in unmittelbarer Nähe erfassen. Dies war auch nicht unbedingt das Abwegigste; todesmutige Punx fanden es total lustig, über das mittlerweile hochschießende Feuer zu jumpen und sich bei Gelingen von der grölenden Zusammenrottung abfeiern zu lassen. Kurze Zeit später fuhr die Feuerwehr, von der breiten Aalener Straße kommend, mit mehreren Einsatzfahrzeugen vor und ihr erzürnter Einsatzleiter schrie uns an, was das solle, ob wir uns alle in Brand stecken wollten?! Das Feuer wurde jedenfalls gelöscht, aber wir Feuerteufel wollten partout nicht einsehen, warum jetzt unbedingt gleich die Feuerwehr in Stellung gebracht werden musste – wir hatten doch nur ein bisschen pyromanisiert ...

Die Konzerte im Revo
Um uns Punx aber an den Raum selbst zu binden und dadurch davon abzuhalten, irgendeine unnötige, brandgefährliche, halsbrecherische Scheiße zu bauen, gab es ja ab und an auch Konzerte, die heute Legendenstatus haben. Eines davon ist bereits beschrieben worden. Aber im Revo haben auch INFERNO gespielt, zusammen mit KAAOS aus Tampere, Finnland, NUCLEAR aus Augsburg und DEATH IN ACTION aus Heidenheim. Der INFERNO-Sound hat dich damals einfach weggeblasen, es war brachialstes Geknüppel. Das war am 27. April 1985, ich war da gerade mal 16 Jahre alt ... Und UPRIGHT CITIZENS waren auch einmal da. Der wie ich ebenfalls aus Schnaitheim stammende Markus Haas, später Betreiber von Per Koro Records (siehe dazu Ox #172), hat in einem Interview, bei dem es um seine Hardcore-Sozialisation ging, angegeben, sein erstes Punk-Konzert im Revo erlebt haben zu dürfen: UPRIGHT CITIZENS! Auf dem war ich natürlich auch, auch wenn ebenfalls damals Anwesende, die gefragt wurden, nicht mehr sagen können, ob es 1983 oder 1984 stattgefunden hat. Ich tendiere zu 1984. Wichtig ist, dass UPRIGHT CITIZENS diesen Ort auf der Ostalb heimgesucht und in Brand gesetzt haben – im metaphorischen Sinne selbstverständlich. Solltet ihr also jemals noch die Gelegenheit am Schopfe packen können, diese unfassbar bedeutende Hardcore-Formation live sehen zu dürfen, dann ergreift sie. Denn wenn Markus und ich und andere, hier namentlich nicht Genannte uns noch an ein Konzert erinnern können, das auf jeden Fall über vierzig Jahre her ist, dann hat die Band, die es intensivst bestritten hat, das Zeug, als erlebtes, gesehenes, gehörtes, gefühltes Ereignis abgespeichert werden zu müssen – es führt kein daran Weg vorbei! Revo, you’ll always have a place in my heart!

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