© by Marius WeisSeit zehn Jahren betreibt Marius mit „Pop Punk’s Not Dead“ einen Musikblog (@ppndmusic), der sich einer ganz bestimmten Musikrichtung verschrieben hat. Wir gratulieren herzlich zum Geburtstag und sprechen mit ihm über sein Projekt.
Kannst du uns erklären, was es mit deiner Seite auf sich hat?
PPNDmusic steht für „Pop Punk’s Not Dead“ und ist ein Non-Profit-Projekt, das ich 2016 gestartet habe, um Bands innerhalb der Pop-Punk-Szene eine Plattform zu geben – vor allem kleineren und aufstrebenden Artists, die oftmals nicht die Reichweite bekommen, die sie eigentlich verdienen, quasi als Independent-Musikjournalist. Was ursprünglich aus einer simplen Leidenschaft für das Genre begann, hat sich über die Jahre zu einer stabilen Plattform entwickelt, auf der neue Singles, EPs und Alben vorgestellt werden und die allgemein das Geschehen innerhalb der Szene beleuchtet. Innerhalb dieser zehn Jahre kamen auch einige Kontakte zustande, die die herzliche Aufgeschlossenheit der Pop-Punk-Community aufzeigt. Hervorzuheben ist da definitiv der unfassbar nette und nahbare Manager von Avril Lavigne und ALL TIME LOW, Nano Tissera. Auf seine Einladung hin durfte ich mit meiner Frau aufs When We Were Young Festival 2023 in Las Vegas reisen und bei der Deutschlandtour von Avril Lavigne wurden wir ebenfalls eingeladen. Da muss ich mich schon ab und an etwas kneifen, wenn ich bedenke, wo und mit welcher Intention die Geschichte begonnen hat.
Wie ist es um Pop-Punk im Jahre 2026 bestellt?
Ich glaube, Pop-Punk befindet sich aktuell in einer sehr interessanten Phase. Nach dem großen Revival in den letzten Jahren, bei dem viele Mainstream Artists plötzlich wieder Pop-Punk-Elemente aufgegriffen haben – bestes Beispiel: Machine Gun Kelly – sehe ich momentan eine Entwicklung zurück zu mehr Eigenständigkeit innerhalb der eigentlichen Szene. Der Sound ist vielseitiger geworden – kein eintöniger „Nischensound“ mehr. Neben weiterhin klassischen Einflüssen gibt es derweil viel stärkere Überschneidungen mit beispielsweise Alternative Rock, Post-Hardcore oder Indie-Elementen – sogar die Radiotauglichkeit steht mittlerweile mehr im Fokus, was noch vor einigen Jahren eher ungewöhnlich, gar verpönt war. Vor allem fällt auf, dass wieder viele junge Bands entstehen, die sich nicht daran orientieren, was gerade algorithmisch funktioniert, sondern einfach ehrliche und energiegeladene Musik machen, etwa die Jungs von THE PARADOX.
Welche Bands sollten wir jetzt unbedingt auf dem Schirm haben?
Vorhin schon kurz angeteasert: THE PARADOX! Die Jungs aus Atlanta machen echt verdammt viel Spaß und bringen ordentlich frischen Wind in das Genre. Erst 2024 gegründet, waren sie mittlerweile schon auf Platz 1 bei den Billboard Alternative AirPlay Charts und sind zumindest in den USA vielleicht kein Geheimtipp mehr im Game, aber in Europa durchaus. Da wird definitiv noch einiges kommen – mark my words. Noch eine Spur mehr Geheimtipp, aber mit mächtig Potenzial dahinter: ALL TO GET HER aus unserem schönen Nachbarland, der Schweiz. Unbedingt mal reinhören! „Lost in LA“ und „Ghost (feat. The Bottom Line)“ gehören in jede Pop-Punk-Playlist.
© by Fuze - Ausgabe #119 August/September 2026 und Dennis Müller