REPEAT

Foto

Unsere Stadt: Stockholm

In der klassischen Dreierbesetzung spielen REPEAT aus Stockholm einfach rundum knackigen Punkrock, haben gerade mit „Celebrate“ eine ebenso knackige 5-Song-12“ veröffentlicht. Tobbe Hallberg erklärt, was so geht in der schwedischen Hauptstadt.

Wie seid ihr nach Stockholm gekommen? Seid ihr dort aufgewachsen oder seid ihr dorthin gezogen und dann hängen geblieben?

Ich bin aus Südschweden nach Stockholm gezogen, nicht wirklich geplant, aber es ist die Hauptstadt und hier ist immer viel los. Johan lebt immer noch im Süden.

Hab ihr eine besondere Verbindung zu Stockholm? Zum Beispiel in Bezug auf Namen, Songs, Albumtitel, Artwork ...?
Nicht direkt in den Texten oder Titeln, aber Stockholm ist definitiv Teil unseres Sounds und unserer Einstellung, intensiv, unruhig, immer in Bewegung. Das wirkt sich bestimmt auf die Art aus, wie wir spielen und schreiben.

Wie steht es um die Szene und gleichgesinnte Bands?
Ja, es gibt hier eine starke Underground-Szene mit vielen großartigen Bands – Punk, Hardcore, Post-Punk, Noise und alles dazwischen. Vieles davon basiert auf einem DIY-Spirit, die Leute helfen sich gegenseitig, und wir haben schon mit zahlreichen lokalen Bands auf der Bühne gestanden. Aber Stockholm hat auch etabliertere Veranstaltungsorte und Viertel wie Slakthusområdet und Debaser, wo sowohl Underground-Shows als auch größere stattfinden, es ist eine ziemlich vielfältige Mischung.

Bezieht ihr euch auf eine bestimmte musikalische Tradition der Stadt, gibt es „historische“ Verbindungen?
Stockholm hat schon immer eine großartige Punk-Tradition gehabt, von EBBA GRÖN und KSMB bis hin zur Hardcore- und Garage-Szene der 2000er Jahre. Diese Energie liegt immer noch in der Luft, auch wenn sich die Stadt sehr verändert hat.

Wie sieht es mit DIY-Strukturen bei euch aus?
Es gibt immer noch ein paar DIY-Kollektive und -Veranstaltungsorte wie Cyklopen und Kafé 44, die die Szene am Leben erhalten. Sie sind wichtig, weil sie kleineren Bands und der Subkultur in dieser Stadt, in der alles immer kommerzieller wird, einen Raum bieten.

Nimm uns mit in die Live-Musikszene deiner Stadt. Was ist los, welche Clubs, DIY-Locations etc. gibt es, was zeichnet sie aus ... und welche gefallen dir am besten?
Cyklopen und Kafé 44 sind wahrscheinlich das Herzstück der Underground-Szene. Darüber hinaus gibt es kleinere Clubs und Lagerhallen, in denen gelegentlich Shows stattfinden. Der Charakter der Szene ist ziemlich bunt – Punks, Indie-Kids, Kunstleute und Noise-Freaks sind hier alle zusammen. Das ist es, was wir daran lieben. Aber ehrlich gesagt kann man das nicht wirklich mit Deutschland vergleichen – hier ist alles kleiner und die Veranstaltungsorte müssen härter um ihr Überleben kämpfen.

Was schätzt ihr an der Musikszene von Stockholm?
Dass sie trotz der Schwierigkeiten, Proberäume oder Veranstaltungsorte zu finden, immer noch lebendig ist. Die Leute engagieren sich wirklich, und wenn man an der Oberfläche kratzt, spürt man ein Gemeinschaftsgefühl.

Gibt es bezahlbare, akzeptable Proberäume?
Nicht wirklich. Stockholm ist ziemlich teuer.

Wie sieht es aus mit Aufnehmen und Studios?
Wir gehen immer ins Studio Sickan in Malmö, dort versteht man wirklich, was wir wollen, deshalb haben wir eigentlich noch nie in Stockholm aufgenommen. Aber natürlich gibt es auch hier großartige Studios.

Wo kauft ihr eure Platten? Welche Läden könnt ihr empfehlen?
In Stockholm gehen wir zu Pet Sounds, Nostalgipalatset/Trash Palace und Sound Pollution, klassische Plattenläden, die es schon ewig gibt. In unserer südschwedischen Heimat sind es Rundgång in Malmö sowie Dolittle und Vintage Vinyl in Lund.

Und wie lautet euer endgültiges Urteil? „Ich liebe es hier!“ oder „Ich will da weg!“?
Beides. Stockholm kann gleichzeitig fantastisch und anstrengend sein. Wir lieben die Menschen und die Szene – aber manchmal muss man einfach raus, irgendwo anders die Verstärker weit aufdrehen und tief durchatmen.

Anzeige