SAMURAI PIZZA CATS

Foto© by Century Media

Das Wichtigste ist Spaß haben

Die Anime-Fans aus Castrop-Rauxel sind jederzeit für eine Überraschung gut. Statt hartem Metalcore bietet „Press Start“ seichtere Töne und besondere Charaktere. Im Interview mit Sänger Sebastian Fischer wird deutlich, dass bei der Band vor allem eins im Zentrum steht: Spaß.

Mit „Press Start“ erscheint dieses Jahr das zweite Album von SAMURAI PIZZA CATS. Und es wird nerdig. Der Sound erinnert teils an die 1980er und 90er, Arcade Halls und Superheldencartoons. Eine Hommage an die Jugend? „Das kann man tatsächlich so sagen“, stimmt Sebastian zu, schließlich sind sie alle von Kindesbeinen an „absolute Vollnerds“. „Wir vergleichen bis heute unsere N64/Super Nintendo-Sammlungen.“ Das erklärt Supernullen, Dinos und den Ramen-Man.

Die Herangehensweise an das Album war speziell: „Irgendwie kamen wir auf die Idee zu sagen: Warum nicht mal etwas machen, wo jeder Song einen eigenen Charakter hat?“ Dies spiegelt sich auch im Artworks wider und sorgt für ein sowie der Tatsache, dass Pinguine verdammt witzig klingen. Und darauf, dass sie einfach Bock darauf hatten, denn die Musik der SAMURAI PIZZA CATS ist sehr stark von spontanen Ideen und Launen geprägt. So erklärt sich auch die breite Spanne an Themen und Musikstilen, die sie bedienen.

Dadurch bleibt die Band aber auch unberechenbar. Kann man aus dem neuen Album etwas über ihre Zukunft ableiten? Eher nicht. „Es ist nicht die Ambition dahinter: Was gefällt jetzt den Menschen um uns herum am meisten? Sondern es ist viel mehr das Ding, dass wir machen, worauf wir gerade Bock haben. Das heißt nicht, dass der nächste Song, der rauskommt, nicht ‚Welcome to the fight club‘ 2.0 wird.“ Schließlich ist auch der härtere Metalcore ein Sound, der die Musiker schon über viele Jahre begleitet.
Eine Besonderheit wird vor allem an „City of gold“ sehr deutlich: „Als wir mit Samurai angefangen haben, habe ich das erste Mal in meinem Leben clean gesungen und irgendwie hat sich dann rauskristallisiert, dass mir das doch mehr Spaß macht, als ich gedacht hatte“, erzählt Sebastian und liefert damit die Erklärung dafür, warum Klargesang auf „Press Start“ dominiert.

Das Ziel der Band, mit ihrer Musik Spaß zu haben und anderen Spaß zu bereiten, zeigt sich auch an ihrem ersten eigenen Festival, das am 28.03. in der Kölner Live Music Hall stattfindet. Eigentlich feiern sie Erfolge nicht, doch ein Albumrelease muss ja zelebriert werden. „Wir haben einfach Lust, den Leuten, die uns supporten, etwas zurückzugeben.“ Und so ist das Samurai Pizza Fest auch eher als Happening geplant. Vielleicht bleibt das Event ja keine einmalige Geschichte: „Ich sach ma so: Das Ganze hat jetzt so einen Anklang gefunden und wir haben so einen Spaß an der Planung, dass ich davon ausgehe, dass wir nach dem Pizza Fest über Nummer 2 sprechen könnten.“ Was genau geplant ist, verrät er nicht, aber es klingt nach Spaß und Abwechslung gegenüber einem klassischen Festival-Setting.

Spaß steht auch im Zentrum der kreativen Promo-Aktionen, beispielsweise als sie letztes Jahr dazu aufriefen, ihre Shows in Superhelden- und Pandakostümen zu besuchen. „Am Ende des Tages geht’s doch darum: Du willst irgendwo hingehen und den Alltag vergessen. Du willst ’ne coole Zeit haben und wir möchten, dass jeder Einzelne ’ne coole Zeit hat oder sich mit neuen Leuten connectet.“

Die Albumpromo, ein Bundle mit Sammelkarten, ist wieder der nerdigen Jugend geschuldet. Der Gedankengang: „Wir machen einfach ein Trading Card Game. Warum auch nicht?“ Schließlich sind sie selbst auch mit „Pokémon“, „Yu-Gi-Oh!“ und Co. aufgewachsen. Dafür wurden die einzelnen Charaktere der Songs aufgegriffen und auf den Karten verewigt.

Kreativität ist also reichlich da. Und eine Gruppendynamik, die das Finden von bekloppten Ideen fördert, denn die Bandmitglieder, die sich schon Jahrzehnte kennen, pitchen einander Ideen, die sie dann weiter spinnen. „Das präsentieren wir schließlich unseren Kooperationspartnern und die fragen: Was ist mit euch?“ Ein kleines bisschen Mitleid schwingt dabei in seiner Stimme mit. Vielleicht ist es aber auch Schadenfreude. „Das ist wie so ’ne Runde ‚Super Toy Club‘, wo wir unsere Ideen in den Einkaufswagen packen, zur Kasse rennen und dann sagen: So, und jetzt machen wir das.“

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