SLOW CRUSH

Foto© by Stefaan Temmerman

Aus dem Wohnzimmer

Mit ihrem dritten Album „Thirst“ machen die belgischen Shoegazer SLOW CRUSH vor allem in Sachen Sound einen Schritt nach vorne. Wir sprechen mit Frontfrau Isa Holliday.

Hat sich die Idee der Band, seit ihr sie in deinem Wohnzimmer gegründet habt, bis jetzt verändert oder ist der Ethos dahinter, gleich geblieben?

Er ist definitiv sehr stark in uns als Menschen verwurzelt. Ich glaube nicht, dass wir der Typ Leute sind, die ihre Seele verkaufen. Musik muss von Herzen kommen. Sie muss etwas sein, das man nachempfinden kann. Das ist nur möglich, wenn man es wirklich ernst meint. Ich denke, wir haben dieselbe Arbeitsmoral wie von Anfang an, auch wenn die Organisation manchmal komplizierter geworden ist. Aber das Ganze ist immer noch etwas, das wir mit dem Herzen machen, auch wenn wir heute ein etwas größeres Team haben, das uns bei einigen Dingen unterstützt.

Fühlt sich „Thirst“ für dich irgendwie so an, als wäre dies das „Make it or break it“-Album oder ist euch so was völlig egal?
So habe ich das noch nie betrachtet. Ich meine, wir versuchen immer, das beste Album zu produzieren, das wir mit dem vorhandenen Material und den aktuellen Möglichkeiten umsetzen können. Als wir ins Studio gingen, hatten wir das Gefühl, dass dies wirklich das Beste von SLOW CRUSH ist. Es ist ein Schritt nach vorne im Vergleich zum vorherigen Album. Es ist ein Schritt nach vorne gegenüber unserem Debüt „Aurora“, aber jedes Album hat seine eigenen Besonderheiten. Wir sehen, dass „Aurora“ immer noch sehr beliebt ist. Die Vinylverkäufe haben seit der Veröffentlichung nicht aufgehört. Wir stellen außerdem fest, dass auch die Streaming-Zahlen immer noch steigen. Ob es nun das erste oder das dritte Album ist, wir erleben ein Wachstum. Beim Schreiben von „Thirst“ habe ich jedoch nie daran gedacht, dass es eine „Make it or break it“-Situation geben könnte. Das wäre mir vorher nie in den Sinn gekommen. Wir sind einfach sehr glücklich mit dem Ergebnis und hoffen, dass es allen, die es sich anhören, genauso gut gefällt wie uns.

Der Sound auf „Thirst“ hört sich für mich viel voller und größer an. Liegt das auch an eurem neuen Produzenten?
Ich denke, das war einfach die natürliche Entwicklung. Es fühlte sich richtig an für diese Songs, die wir als Demo hatten und die bereit waren, aufgenommen zu werden. Wir wollten schon lange mit Lewis Johns zusammenarbeiten. Das Gefühl beruhte auf Gegenseitigkeit, denn auch er wollte schon lange mit uns arbeiten. Wir haben von Anfang an in The Ranch aufgenommen. Neil Kennedy hat auch den Vorgänger „Hush“ produziert. Wir kannten die Jungs und das Studio gut, und der Wechsel zu Lewis fühlte sich für dieses Album richtig an. Wie du schon sagtest, tendierte die Farbpalette der Sounds zu einer bombastischen Produktion und wir hatten das Gefühl, dass Lewis das wirklich gut für uns umsetzen kann. Es war vielleicht auch ein bisschen entmutigend, weil die anderen Bands, die er produziert hat, eher härteren Musikrichtungen zuzuordnen sind. Wir haben aber den Eindruck, dass er es geschafft hat, die Songs noch mehr aufzuwerten, als wir am Anfang dachten – vor allem mit seinen vielen kleinen Ideen. Wir hätten beispielsweise nie daran gedacht, ein Saxophon in einen Song einzubauen. Aber das hat wirklich gut funktioniert. Ein großes Lob also an Lewis, dass er es so lange mit uns im Studio ausgehalten und uns an diesen Punkt gebracht hat.

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