STATESIDE

Foto© by Pure Noise Records

Pop Punk oder Emo?

Nach einigen EPs veröffentlichten STATESIDE mit „Where You Found Me“ ihren ersten Langspieler. Wir sprechen mit Bassist Ben über die stilistische Ausrichtung der Platte.

Da dies das erste Feature ist, könntet ihr bitte zunächst die Band kurz vorstellen?

STATESIDE bestehen derzeit aus Lemus am Mikro, Erik und Alex an den Gitarren, Kai am Schlagzeug und mir, Ben, am Bass. Alex wohnt in Brooklyn, der Rest von uns lebt in der Gegend von L.A. in Salsa. Wir sind seit 2022 aktiv.

Dem Pressetext ist zu entnehmen, dass ihr auf eurem ersten Album mehr nach Emo, weniger nach Pop-Punk klingen möchtet. Ich finde, dass sich das neue Material nur marginal von dem der EPs unterscheidet. Wo siehst du die Unterschiede zwischen Pop-Punk und Emo?
Beide Genres haben ihre Wurzeln im Punk und Hardcore der 1980er Jahre, wobei sich Emo von der ursprünglichen Welle des Post-Hardcore am Ende dieses Jahrzehnts abspaltete. Der Pop-Punk der 1990er Jahre, wie ihn BLINK-182 oder GREEN DAY spielten, orientierte sich an Bands wie den DESCENDENTS, die beschwingter waren und sich nicht scheuten, auch mal albern zu sein. Der Emo dieser Zeit war im Allgemeinen das Gegenteil, etwa bei SUNNY DAY REAL ESTATE oder THE PROMISE RING: langsameres Tempo, kompliziertere Gitarren, ernste und emotionale Texte. In den frühen 2000er Jahren, als beide Genres populärer wurden und zum Mainstream gehörten, hatten wir das Gefühl, dass die beiden Stile zusammenwuchsen und die Grenzen verwischten. Zu der Zeit, als Bands wie FALL OUT BOY und MY CHEMICAL ROMANCE im Rampenlicht standen, gab es kaum noch einen Unterschied. Es hängt aber definitiv davon ab, wen man fragt.

Im Moment gibt es eine Menge Pop-Punk-Bands da draußen – sogar mehr als vor 20 Jahren, als das Genre ursprünglich entstanden ist. Wie unterscheiden sich STATESIDE von diesen, was ist eurer Meinung nach euer Alleinstellungsmerkmal?
Es gibt aktuell ein Wiederaufleben von Pop-Punk, der von Leuten gemacht wird, die mit Hardcore aufgewachsen sind, und ich denke, das ist ein Vorteil. Die Dringlichkeit, Intensität und Geradlinigkeit des Hardcore haben etwas, das eine fesselnde Musik hervorbringt, wenn diese Philosophie auf andere Genres übertragen wird. Lemus ist zudem ein starker Sänger und kann seine Parts bei Live-Auftritten sehr gut rüberbringen. Das ist eine schwierige Hürde für viele Bands des Genres, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. Singen ist nicht einfach, und wir sind alle dankbar für sein Talent und seine Fähigkeiten.

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