TSS

Foto© by Thomas Eger

Outfit of the day

Bands aus Frankreich haben sich in den letzten Jahren verstärkt auch bei uns einen Namen gemacht. Mit TSS schickt sich eine weitere Band an, französische Musik auf internationale Bühnen zu bringen. Darüber sprechen wir mit John und Matthieu. Und natürlich auch über Mode.

Ich habe den Eindruck, dass französische Rock- und Metal-Künstler in den letzten Jahren international viel mehr Aufmerksamkeit erhalten – siehst du das auch so?

In der Tat beginnen mehrere französische Bands, international zu glänzen. Ich denke dabei insbesondere an Acts wie NOVELISTS und LANDMVRKS. Das ist natürlich eine gute Sache – jeder Künstler träumt davon, dass sein Land für gute Musik bekannt wird, und mit TSS werden auch wir weiter daran arbeiten. Aber insgesamt ist die französische Szene immer noch ziemlich zurückhaltend. Ich glaube, es gibt weniger als zehn französische Metalbands, die tatsächlich den Rest der Welt erreichen.

Ihr singt auf Englisch und Französisch – wie kam es dazu? Findet ihr, dass bestimmte Dinge besser auf Englisch oder Französisch ausgedrückt werden können?
Da Französisch unsere Muttersprache ist, können wir auf Französisch auf einem Niveau schreiben, das wir auf Englisch nie ganz erreichen könnten, weil wir weniger mit Worten, Doppeldeutigkeiten und so weiter spielen können. Wir kommen aus einer Zeit, in der wir nur auf Französisch gesungen haben, und wir haben das Gefühl, dass Französisch mittlerweile Teil der DNA der Band geworden ist. Normalerweise singt Matthieu auf Englisch und John auf Französisch; Matthieu hat eine höhere, kraftvollere Stimme, während Johns Stimme weicher und ruhiger ist. So teilen wir in unseren Songs meist die englischen und französischen Parts auf, obwohl es auch Ausnahmen gibt. In der Regel sind die Refrains auf Englisch und die Strophen auf Französisch.

Auf eurem neuen Album „End Of Time“ gibt es so viele Einflüsse und verschiedene Stile – ich frage mich, mit welcher Musik ihr aufgewachsen seid und welche Bands und Künstler euch zu Beginn eurer Karriere beeinflusst haben?
Der Weg für TSS war ein kurvenreicher. Ganz am Anfang des Projekts, als wir noch THE SUNDAY SADNESS hießen, war es unser Wunsch, Emocore zu machen. Von dort aus haben wir uns in Richtung Synthwave und dann zu dem Nu-Metal-Sound entwickelt, den wir heute haben. Wir sind mit Namen wie LINKIN PARK und MY ­CHEMICAL ROMANCE aufgewachsen, aber wir lassen uns von jedem Stil inspirieren, den wir mögen, insbesondere von den neueren. Wir lieben es, innovativ zu sein und etwas Frisches und Neues zu servieren. Deshalb lassen wir viele externe Einflüsse in die Grundlagen einfließen, die wir in der alternativen Szene aufgebaut haben, so was wie Phonk, Hyperpop, Cloud Rap und so weiter.

Ich habe auf eurem Instagram gesehen, dass ihr „Outfit of the Day“-Inhalte postet – wie wichtig sind eure Aufmachung und euer Stil für TSS?
Wir sind große Fans von Mode. Ich glaube, diese Leidenschaft begann, als wir K-Pop für uns entdeckt haben. Seitdem achten wir besonders auf die Ästhetik der Gruppe. Das kam ein paar Jahre nach der Gründung der Band. Auch wenn wir schon vorher etwas auf unsere Outfits geachtet haben, war es noch nicht so ausgeprägt wie heute. Wir haben uns selbst gefunden.

Wovon ist euer Look inspiriert und findet ihr, dass Bands generell mehr auf ihr Aussehen achten sollten?
Wir stellen uns gerne vor, wir wären Figuren aus Videospielen oder Animes, das hilft uns, für jedes Mitglied eine einzigartige Identität zu schaffen, und macht uns wiedererkennbarer. Ich könnte Spiele wie „Final Fantasy“ oder Animes wie „Tokyo Ghoul“ nennen.

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