© by Joachim Hiller2022 erschien auf Mangel Records das in der Pandemie entstandene Debütalbum der aus Berlin stammenden DIE VERLIERER. Im Ox wurde es als „ein heißer Anwärter für die Top 5 der Punk-LPs 2022“ gewürdigt und in der Folgezeit baute sich fast schon ein Hype auf um die Band mit 3/5 CHUCKAMUCK-Beteiligung. 2024 folgte das zweite Album „Notausgang“, zu dem das Ox-Verdikt lakonisch lautete: „Punk-Jahrescharts 2024 ohne diese LP sind keine.“ Es war also an der Zeit, die Band anlässlich ihres Konzerts im Kölner Gebäude 9 genauer kennenzulernen. Mit Bassist und (Co-)Sänger Jonas Häussermann sprachen wir vor dem Konzert. Die anderen VERLIERER sind Hannes Berwing (voc), Jiles (dr), Lorenz O’Tool (gt, voc) und Oska Wald (gt).
Wir sprachen vorab schon über die Bedeutung von DIY-Strukturen, über das befreundete Label Mangel Records, wo eure Platten erscheinen – wie ist das alles miteinander verwoben?
Mangel ist ein kleines, selbstverwaltetes Label in Berlin, das Musik aus ganz Europa, ja aus der ganzen Welt publiziert. Und das hauptsächlich aus den Genres Post-Punk, Wave und Punkrock. Wir haben jetzt schon das zweite Album mit denen veröffentlicht.
Wenn man sich mit Leuten grundsätzlich versteht, ist das immer hilfreich. Gerade auch im Hinblick auf das Wirtschaftliche, das mit ein bisschen Erfolg auch nicht unwichtig ist.
Viel um Papierkram ging es da bisher nicht. Beim ersten Album, als unsere Band ja auch noch ganz jung war, haben wir uns hauptsächlich deshalb für die entschieden, weil wir finden, dass das Labelprogramm gut kuratiert ist. Wir kannten die Leute auch schon aus der Berliner Musikszene und fanden das ganze Konzept sympathisch.
Es gibt bei euch eine Vorgänger- oder Parallelband, CHUCKAMUCK. Deren Platten erschienen auf dem ebenfalls in Berlin ansässigen Label Staatsakt.
Genau, drei Mitglieder von DIE VERLIERER waren früher und sind immer noch bei CHUCKAMUCK. Und Hannes und ich spielen auch immer noch bei MASKE. Und beide Bands sind jeweils nicht aufgelöst.
„On hiatus“, sagt der Engländer dazu. Man winterschläft etwas vor sich hin. Dann gibt es in eurem Kontext noch Henrietta, die mit Bretford Records auch ein eigenes Label hat.
Bretford Records ist das Label unserer Bandmanagerin. Die hat also ihr eigenes Label gegründet und veröffentlicht auch Sachen, aber nicht unsere Musik. Aber sie macht unser Booking und kümmert sich auch um den ganzen Rest.
Das ist alles sehr DIY, alles Family & Friends. Ist das etwas, das Punk für dich, für euch ausmacht? Also Dinge selber zu machen.
Ganz genau. Wir haben das Glück, mit Henrietta, die sich um unser Booking kümmert, auch relativ professionell arbeiten zu können, ohne dass wir irgendwie in so kapitalistische Strukturen und Abhängigkeitsverhältnisse kommen. Und das ist auf jeden Fall eine super Basis für uns.
Warum ist es euch wichtig, euch nicht in diese Abhängigkeiten zu begeben? Zig andere Bands und Musikschaffende machen das und sehen das als Vorteil an für sich.
Das hat auch viel mit Freiheit zu tun. Und damit kommen wir wieder zurück zu diesem Punk-Begriff, der für mich auf jeden Fall stark von Unabhängigkeit geprägt ist. Das bedeutet, dass man sich selbst auszuprobieren kann, und dass unsere Kunst frei bleiben kann. Also dass wir am Ende nur das machen, worauf wir auch wirklich Bock haben. Und das wird vor jeder Tour, vor jedem Album, vor allen Veröffentlichungen innerhalb der Band besprochen. Und das ist möglich, weil wir in unabhängigen Strukturen sind und eigentlich mit allen Leuten, mit denen wir zusammenarbeiten, ein freundschaftliches oder zumindest ein gutes Verhältnis pflegen.
Seid ihr intern eine diskussionsfreudige Band?
Oh ja. Demokratie vom Feinsten.
Aber ihr kriegt immer wieder den Bogen, ihr kommt immer wieder zusammen, selbst wenn es heftige Diskussionen gibt? Oder habt ihr auch Situationen, wo ihr lost seid, weil es einfach nicht geht?
Man kennt das ja vielleicht aus politischen Zusammenhängen, wo die einen den Mehrheitsentscheid fahren und die anderen fahren den Konsens. Wir gehen uns oft auch selber total auf die Nerven, wir müssen auch nicht alle gleich einer Meinung sein. Aber am Ende mischen sich dann doch auch die Überstimmten wieder ein und wir finden einen Konsens. Wir haben, glaube ich, selten Entscheidungen getroffen, mit denen nicht letztlich alle zufrieden waren.
Ich finde diesen Aspekt an Bands total interessant: das Erlernen von Diskussionskultur, das Aushandeln von Entscheidungen und Kompromissen. Andere stecken von der Ausbildung an in hierarchischen Strukturen, wenn man aber in so einer Band gezwungen ist, für ein „höheres Ganzes“, das man ja anstrebt, miteinander klarkommen, lernt man eben, wie das geht.
Ja, so eine Band, das ist die Höchstform der menschlichen Auseinandersetzung. Mit einer Band erstens Musik zu machen und zweitens auch noch mehrere Monate im Jahr in einem kleinen Auto zu sitzen und sich jeden Tag auf engstem Raum zu bewegen, das ist schon eine Schule fürs Leben. Wir haben einen Kunststudenten in der Band, ansonsten haben wir alle nichts gelernt. Also wir können eigentlich gar nichts anderes als Musikmachen. Wir haben mit jungen Jahren schon damit angefangen. Die einen skaten, die anderen machen sonst was, und wir haben eben Musik gemacht und was sonst noch dazugehört. Es ist ja nicht nur das Gitarrespielen oder das Songschreiben, sondern auch das ganze Drumherum, das wir ja letztendlich selber machen, wenn auch mittlerweile mit Hilfe von anderen. Also das Aufnehmen, die Covergestaltung, das Merch, die ganze Organisationen.
Das erfordert schon eine gewisse Disziplin.
Na ja, auf jeden Fall eine Eigenmotivation. Ich finde das Tolle an unserer Band ist, dass wir alle eine bestimmte Eigenmotivation mitbringen. Ich war auch schon an Projekten beteiligt, wo das anders war und wo du dann drei Jahre viel Energie reingesteckt hast und irgendwie nicht viel zurückkam von dem einen oder anderen. Da fragst du dich, okay, ziehen wir jetzt alle an dem Karren oder nicht? Bei uns ist das zum Glück der Fall.
Wie viel Frustrationstoleranz muss man da mitbringen? Drei Jahre Arbeit in eine Band stecken ... und dann ist alles weg? Ich stelle mir vor, ein Schriftsteller steckt drei Jahre Arbeit in ein Buch und wirft am Ende alles weg ... also den Gedanken finde ich schwer erträglich.
Ja, das passiert häufiger beim Musikmachen und beim Musikschreiben. Wahrscheinlich 99% der Sachen, die ich in meinem Leben schon aufgeschrieben habe oder gemacht habe, sind im Mülleimer gelandet. Und ja, eine große Frustrationstoleranz muss man in dieser Welt mitbringen, und beim Musikmachen ist das für mich noch am heftigsten.
2011 stand im Ox in einer CHUCKAMUCK-Rezension: „Das hier sind Kinder. Sie könnten fast meine Kinder sein [...] eine blutjunge Punkband, die noch nicht mal ihr Abitur hat.“ Heute seid ihr schätzungsweise um die 30. Wie habt ihr, wie hast du angefangen mit dem Musikmachen?
CHUCKAMUCK gibt es mittlerweile schon 14, 15 Jahre, die haben als Schulband angefangen. Und die drei von denen, die jetzt auch bei DIE VERLIERER sind, haben das seitdem auch durchgezogen. Hannes und ich haben vorher zusammen bei MASKE gespielt ...
MASKE wie Henry Maske, wie der Mann mit der Maske oder Maske wie Maske?
Ich glaube, wir fanden das gut so von wegen „mit falschen Gesichtern“, mit einer Maske, die man sich aufzieht in der Gesellschaft. Ehrlich gesagt kann ich das alles zeitlich gar nicht mehr so richtig einordnen, durch die Corona-Jahre ist bei mir alles zeitlich ziemlich verwaschen. Ich glaube, wir haben uns zusammengetan, als ich 21 war, das muss jetzt also schon neun Jahre her sein. Ich habe vorher zu Schulzeiten schon Musik gemacht mit Freunden. Das war bei mir mit 15, 16 qualitativ aber noch nicht so ausgeprägt wie bei den Jungs von CHUCKAMUCK, und ich habe auch eine Zeit lang viel Straßenmusik gemacht. Eine feste Band hatte ich erst recht spät, das war so mit um die 20 rum.
Ihr seid als Band medial im Vergleich zu anderen gar nicht so präsent, an Interviews findet sich kaum was im Netz, und dies ist auch das erste fürs Ox. Es gibt ja Bands, die sehr ausgeklügelte Business- und Promo- und sonstige Konzepte haben. All das sehe ich gefühlt bei euch irgendwie gar nicht. Weil ihr das nicht wollt, weil es euch egal ist, weil der Trick ist, es nicht zu tun, oder was?
Wir haben zum Beispiel gar keine Social-Media-Profile, weil wir uns als Band dafür entschieden haben, das nicht zu machen. Eben weil wir Instagram und Facebook, abgesehen von den Großkonzernen, die dahinterstecken, generell als problematisch ansehen. Wir hatten letztendlich keine Lust, uns da reinzufuchsen, mit diesen ganzen Algorithmen, und ständig irgendeinen Bullshit zu posten. Da hatten wir keine Lust drauf. Und damit bist du schon bei 80 Prozent der heutigen Art, für sich die Werbetrommel zu rühren, raus. Wir bekommen natürlich etwas Werbung über Bretford Records und Mangel, aber das sind auch beides Labels, die nicht so unglaublich viel auf Social Media aktiv sind. Wir haben uns dafür entschieden, dass wir eine ganz schlichte Website haben, wo unsere Konzerte angekündigt werden und die auch immer schön frisch bleibt, also auch wirklich immer aktualisiert wird, wenn was Neues kommt.
Ja, eure Website ist ungefähr so aussagekräftig wie die von EA80. Die sind letztlich die Rolemodels für keine Promo und kein gar nichts.
Letztendlich ist das, was wir wollen, gute Konzerte spielen. Wenn die Leute uns sehen wollen, können die kommen. Und wir wollen gute Platten machen, die man im Wohnzimmer und in der Kneipe hören kann. Und mehr wollen wir eigentlich gar nicht.
Es gibt Bands, die sich den Arsch abrackern, damit minimal irgendwas geht. Und ich sage nicht, dass ihr euch nicht auch den Arsch abgerackert habt, vor allem wenn man sich wie ihr mitten in der Pandemie gegründet hat. Aber trotzdem scheint euch so eine gewisse Selbstläufer-Coolness in die Hände zu spielen.
Ich glaube, dass wahrscheinlich so eine gewisse Authentizität bei uns wahrgenommen wird. Und dass das die Leute anspricht und sich auch rumspricht oder so.
Faszinierend, dass eine relativ junge Band so denkt. Weil einem fast nur noch Bands begegnen, für die es unfassbar wichtig ist, auf Social Media stattzufinden, die extrem viel Zeit dafür aufwenden, und von denen Label und Booking das auch verlangen.
Ja, aber es gibt auch andere Bands. PISSE haben, glaube ich, erst seit einem halben Jahr einen Instagram-Account. Und TEAM SCHEISSE wiederum haben letztens ihren Account gelöscht. Respekt dafür, das finde ich cool. Wir wollen, dass so eine Social-Media-Präsenz nicht so ganz zur Normalität wird. Und dass diskutiert wird, ob die Art und Weise, wie mit Social Media heutzutage umgegangen wird, noch gesund ist. Es gehört für uns dazu, dass wir das in Frage stellen.
In der Süddeutschen Zeitung, also auf sz.de, fand sich kürzlich mal wieder einer dieser Feuilleton-Artikel, in denen irgendein Journalist plötzlich feststellt, dass Punk zurück ist und das an TEAM SCHEISSE aufhängt, und dann wird so ein bisschen genamedroppt und DIE VERLIERER werden auch genannt und du denkst dir: „Wow, Punk ist zurück ... Na, wenn ihr das meint ...“ Nein, Punk war nie weg, war immer da.
Wir haben den Artikel auch gelesen und es begegnet uns immer wieder, dass Leute auf uns zukommen, die keine Ahnung haben von Punk oder so Sachen sagen wie: Ach, Punk, das war doch in den 1980ern und jetzt ist es wieder zurück! Ich erlebe schon, dass es wieder mehr Interesse gibt an Punk. Gut, wir wohnen in Berlin, und hier war Punk sowieso nie ganz weg. Wie es in anderen Städten in Deutschland aussieht, weiß ich nicht. Aber wir waren jetzt gerade in den Niederlanden und in Belgien unterwegs, und da ist das Interesse schon deutlich geringer. Ich habe das Gefühl, dass Deutschpunk schon so ein ganz eigenes Ding ist.
Wieso verschlägt es euch ins Ausland? Das finde ich verblüffend. Gerade für deutschsprachige Bands ist da in der Regel kein Blumentopf zu gewinnen.
Wir wollen ja auch mal umsonst in den Urlaub fahren, haha. Wir werden schon auch im Ausland gehört und haben bis jetzt auf den Auslandstouren immer eine gute Resonanz gehabt, es war gut besucht. Natürlich ist das was anderes als in Deutschland, wo wir in größeren Venues spielen und wo die Leute mitsingen. Aber als wir in England waren oder auch in Frankreich und jetzt auch in den Niederlanden, da kannten uns die Leute schon.
Geht das über die reine Punk-Schiene oder kommt da zu tragen, dass ihr ja auch diesen Post-Punk/Wave-Einschlag habt? Ein solcher Sound mit „Teutonic Vocals“ scheint im Ausland eher zu funktionieren als einfach nur Deutschpunk.
Es ist auf jeden Fall so, dass im Ausland oft unser waviger Touch besonders gemocht wird. Weil die Leute eben Sachen kennen wie MALARIA! oder XMAL DEUTSCHLAND und daher irgendwie die deutsche Sprache zu einer bestimmten Art von Musik cool finden. Wobei ich glaube, dass unsere Musik eigentlich hauptsächlich von den Texten lebt, die wir schreiben, und das ist im Ausland schwieriger.
Wie ist das bei euch mit den Texten? Kommen die von einer einzelnen Person oder schreibt ihr die zusammen, werden die diskutiert?
Bei uns verhält sich das so, dass jeder aus der Band Texte schreibt. Die Songs entstehen ganz unterschiedlich. Jeder bringt mal einen Text mit, jeder bringt mal ein Riff mit. Manchmal wird ein Text von dem einen auf das Riff von dem anderen draufgehauen. Manchmal gibt es Songs, bei denen jeder eine Zeile geschrieben hat. Und es gibt Songs, wo zwei dran gearbeitet haben. Also das kann man gar nicht so pauschal sagen. Wir haben alle an den Songs gearbeitet, und ich glaube deswegen sind die auch so unterschiedlich. Also im Sound und in der Art zu texten existiert schon eine rote Linie, aber es ist sehr divers.
Bei Kalle, der fürs Ox auch eure beiden Platten rezensiert hat, hatte ich mich erkundigt, was ich euch fragen soll. Und er meinte er, frag die doch mal, ob die all die Bands kennen, nach denen die klingen. Stichworte: Berlin 1981/82, Punk, Post-Punk, früher NDW-Sound.
Nach wem klingen wir denn? Letztendlich mache ich die Musik auch, weil ich diese Art von Sound mag und die natürlich auch sehr viel höre. Und die ist eben in den 1970er und 1980er Jahren entstanden. Ich höre also auf jeden Fall sehr viel Musik aus dieser Zeit. Wir haben das Rad nicht neu erfunden, klar, aber vielleicht an der einen oder anderen Stelle weiterentwickelt und mit Themen aus der heutigen Zeit gefüllt. Also ja, ich kenne sehr viele Bands aus den 1980ern, hahaha.
Sammelt ihr diese Platten oder seid ihr eher Spotify-Ultra-User?
Ich lege auch gerne mal auf, aber mein Taschengeld reicht leider nicht aus, um eine große Plattensammlung aufzubauen. Die geilen alten Punk-Platten sind inzwischen sehr rar und entsprechend teuer. Ich habe auf jeden Fall ein paar Platten zu Hause und kaufe auch viel, aber das ist nicht nur Punkrock, sondern auch gerne ein bisschen Folk oder Country oder auch World Music oder so. Meine Plattensammlung ist also nicht „sortenrein“.
Eine Band, auf die sich aus mir vollkommen unverständlichen Gründen aktuell viele einigen können, sind TEAM SCHEISSE. Und ob ich die nun mag oder nicht, deutsche Gitarrenmusik mit einer gewissen, allgemein dem Punkrock zugeschriebenen Attitüde, hat dadurch wieder einen Arschtritt bekommen, auch in der Wahrnehmung bei Menschen unter 30. Ist das etwas, das ihr auch merkt, wovon ihr – das klingt jetzt leider sehr kapitalistisch – profitiert?
Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich muss ehrlich sagen, dass ich bis vor einem Jahr dachte, dass PISSE die größte Punkband Deutschlands sind. Ich hatte zu TEAM SCHEISSE eigentlich gar keinen Bezug. Und dann war ich letztes Jahr auf einem TEAM SCHEISSE-Konzert, weil unsere Freunde von Mangel Records da die Vorband gemacht haben mit PIGEON. Und da bin ich aus den Socken gekippt, wie groß die sind. Ob wir jetzt davon profitieren, das kann ich nicht beurteilen. Aber natürlich ist es so, dass Bands aus dem gleichen Land oder so sich gegenseitig beeinflussen. Wenn Leute mich fragen, wer hat dich beeinflusst, dann antworte ich immer, dass das hauptsächlich Leute waren, mit denen ich in der Szene unterwegs war, mit denen wir zusammen im Proberaum abgehangen haben. Befreundete Bands, die etwas gemacht und schon einen Schritt weiter waren, und dann wollte ich auch was Cooles machen und so. Dass Leute zu unseren Konzerten kommen, die auch TEAM SCHEISSE gut finden und es dann wohl irgendwie ein Angebot gibt von so einer bestimmten Musik und daraus eine Art Szene oder von mir aus auch Bewegung oder so entsteht, weil es eben viele Bands gibt, die so eine Musik machen ... also das würde ich jetzt bejahen.
Ich finde das ja auch gut, denn sonst wäre diese ganze Musik eben schon längst tot.
Wenn wir die einzige Band wären, die so was Komisches macht, dann würde man uns im besten Fall als lustige Clowns auf der Bühne betrachten. So aber entwickelt sich vielleicht aus der politischen Kunst, die wir machen, etwas, zu dem sich viele Menschen hingezogen fühlen und einen Ausdruck finden und womit man vielleicht in Zukunft etwas Positives bewegen kann, auch gesellschaftlich. Und dazu braucht es eine Diversität in der Kunst, also in dem Angebot, das es gibt.
Sollten also junge Menschen lieber DIE VERLIERER hören als ... Deutschrap?
Jeder macht, was er will. Aber wenn du mich fragst ...
Berlin ist riesig, in den verschiedenen Bezirken existieren eigene Sub-Szenen. Gibt es so eine Art Clique von Bands aus eurer Bubble?
Auf jeden Fall, also die ganze Mangel-Gang. Heute zum Beispiel spielen wir mit LIIEK zusammen. Die drei Leute von LIIEK haben, glaube ich, in der gleichen Besetzung noch zwei oder drei andere Bands. Und einzeln spielen die alle noch mal in irgendwelchen anderen Formationen. Also das sind echt die Oberfreaks, jede einzelne Person, die da heute auf der Bühne steht, spielt gefühlt in zehn Bands. Und die haben auch alle ihr eigenes Label. Mit denen haben wir viel zu tun. Und die Jungs von CHUCKAMUCK haben durch ihre Indie- und Rock’n’Roll-Vergangenheit auch noch mal andere Kontakte in der Szene. Und wie schon erwähnt haben Hannes und ich früher bei MASKE gespielt und waren viel in diesen ganzen Hausbesetzerkellern unterwegs und haben da viele Leute, die wir noch kennen. Aber obwohl ich in Berlin aufgewachsen bin und immer im Musikbereich unterwegs war, treffe ich immer wieder auf irgendwelche Leute, die ich noch nie gesehen habe, und stoße auf Bands, die ich bislang nicht kannte und die auch geil sind. Das ist aber auch der Reiz von Berlin.
© by - Ausgabe # und 20. Februar 2026
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #180 Juni/Juli 2025 und Joachim Hiller
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Kalle Stille
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #164 Oktober/November 2022 und Kalle Stille