© by Celina OdehDer Süden der USA hat einen eigenen Klang, und das schlägt sich auch im Metal wieder. Mit Gitarrist Tyler gehen wir dieser These nach und schauen auch direkt darauf, welche Einflüsse sich auf dem neuen Album der Band aus South Carolina so finden lassen.
Ihr kommt aus dem Süden der USA – inwiefern unterscheidet sich die Szene dort von der an der Ost- oder Westküste?
Der Süden ist in vielerlei Hinsicht anders. Er ist viel weniger bevölkert und in vielen Gegenden ländlicher, so dass ich annehme, dass es auch weniger Leute gibt, die Bands gründen, oder zumindest sind sie weiter verstreut. Aber ich denke, dass die Leute, die sich in der Szene engagieren, sich deshalb wirklich dafür interessieren. Sie besuchen häufig Konzerte, kaufen Merch und unterstützen lokale Bands in größerem als vielleicht in anderen Regionen. In vielen Fällen ist es vielleicht das einzige Ventil, das sie haben, und das zeigt sich wirklich in ihrer Hingabe. Die Leute müssen sich hier wirklich darum bemühen, und darauf sind sie sehr stolz.
„My Gnawing Pains Will Never Rest“ weist für mich viele Einflüsse aus dem Metal und Metalcore vergangener Jahrzehnte auf – hatten diese Sounds einen besonderen Einfluss auf eure Musik?
Auf jeden Fall. Wir haben schon immer aus dieser Metalcore-Ära geschöpft, aber bei diesem Album habe ich das Gefühl, dass wir viele Aspekte noch mal verstärkt eingesetzt haben. Wir haben uns direkt auf einige Bands bezogen, die den Sound in den 1990er und 2000er Jahren geprägt haben. Man hört also über die gesamte Laufzeit hinweg eine Vielzahl von Verweisen. Ein Song hat vielleicht einen direkten Göteborg-Einfluss und der nächste erinnert eher an die lauteren, chaotischeren Bands. Wir haben jedoch versucht, einen Grundsound für die ganze Platte zu finden, um sicherzustellen, dass, egal an welchem Ende des Metalcore-Spektrums wir uns gerade tummeln, es immer noch unverkennbar nach YOUR SPIRIT DIES klingt.
Was kannst du uns über die Features auf dem Album erzählen? Wer ist darauf zu hören, warum hattet ihr das Gefühl, dass diese Leute euer Album bereichern können, und was haltet ihr von der jeweiligen Performance?
Jeder einzelne unserer Gäste spielt eine Rolle für das Album und in der Geschichte der Band. Mit dem Auftritt von Dan von ZAO schließt sich sozusagen ein Kreis, denn wir haben uns nach einem ihrer Songs benannt. Da sie eine große Bedeutung für uns als Individuen und als Band hatten, war es ziemlich verrückt, später irgendwann mit ihnen auf Tour zu sein, sie kennen zu lernen und schließlich Dan als Feature in einem Song zu haben. Sein Part von „Serpentine“ klingt richtig böse und seine Stimme zu einem AT THE GATES-Riff zu hören, ist etwas, von dem ich nie wusste, dass ich es hören muss. NO CURE sind eine Band, mit der wir in den letzten Jahren eng zusammengewachsen sind, so dass wir mit ihnen auf unsere erste „volle“ US-Tour gehen wollten. Es war also nur folgerichtig, Blaythe auf dem Album zu haben. Er hat diese ungestüme Ausstrahlung – in gewisser Weise ähnlich wie unser Sänger Dan –, die perfekt zu dieser Stelle in „A snow in summer“ passt und das Ganze noch viel heavier klingen lässt. Und dass auch Carson von THE CALLOUS DAOBOYS dabei ist, war fast schon eine Selbstverständlichkeit. Er und der Rest der Band haben eine ganze Weile extrem hart für YOUR SPIRIT DIES gearbeitet und dazu beigetragen, dass wir da hingekommen sind, wo wir heute stehen. Die Art, wie er seinen Part interpretiert hat, sowohl melodisch als auch textlich, hat den Song meiner Meinung nach erst wirklich rund gemacht, so dass es jetzt einer meiner Lieblingstracks auf der Platte ist.
© by Fuze - Ausgabe #112 Juni/Juli 2025 und Dennis Müller
© by Fuze - Ausgabe #112 Juni/Juli 2025 und Arne Kupetz