
Der Begriff der Supergroup ist ja ziemlich überstrapaziert und auch immer sehr von der persönlichen Sichtweise abhängig. Und die Beteiligten bei THE MORNING STARS würden diesen sicher niemals in den Mund nehmen, zumal ihre Platte „A Hymn Without A Sound“ ohne großes Brimborium in Eigenregie ohne Label entstand, aber bei Namen wie Barbara Morgenstern, KREIDLER oder KANTE werde ich durchaus hellhörig. Neben Morgenstern ist hier KREIDLER-Bassist Alex Paulick dabei, ebenso wie Felix Müller-Wrobel (seit 1997 bei KANTE, die allerdings schon seit 2015 nichts mehr veröffentlicht haben) sowie der Schlagzeuger und KANTE-Gründungsmitglied Sebastian Vogel, die sich alle den Gesang teilen. Vor allem die Melodiösität von Morgenstern, die auch die Keyboards bedient, kann man hier gut raushören, aber auch ihre Mitstreiter können an Bass, Schlagzeug und Gitarre schöne Akzente setzen. Für Menschen mit begrenzter Aufmerksamkeitsspanne könnte das Ganze etwas zu subtil und zu wenig aufregend sein, aber THE MORNING STARS liefern mir eigentlich das, was ich von dieser Besetzung erwartet habe, nämlich sehr facettenreiche und rhythmische Indietronic-Sounds, gleichermaßen kantig wie eingängig. Gerade der stilistische Detailreichtum der Songs macht „A Hymn Without A Sound“ zu einem echten Grower, eine Platte, die mit jedem Hören besser wird und dabei langsam ihre ganze Pracht entfaltet.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #185 April/Mai 2026 und Thomas Kerpen