
Die schwermütigen Gitarrenakkorde, die „A Single Flower“ eröffnen, geben preis, worin die Meisterschaft von WE LOST THE SEA besteht: die Offenbarung von Trauer und ihre Verarbeitung mit instrumentalen Mitteln. Diese tiefe, emotionale Klaviatur ist seit ihrer Gründung in der australischen Band fest verankert. Die sechs neuen Lieder verbergen die allgegenwärtige Erschöpfung nicht. WE LOST THE SEA widersetzen sich der um sich greifenden Negativität, indem sie die Musik mit einer grundlegenden und vehementen Anspannung versehen. Wenn die gemeinsame Anstrengung mit den Mitteln von bis zu drei Gitarren, von Piano, Fender Rhodes, einem Synthesizer sowie Bass und Drums nicht ausreicht, weist ein Streicherarrangement den Weg aus der Misere. Aber nicht nur im Opener, sondern auch in „Bloom (Murmurations at first sight)“ sind es nur ein paar einsame, gedankenverlorene Akkorde, die den Ton setzen; deprimiert und minimalistisch, aber unheimlich wirkungsvoll.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Henrik Beeke
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #159 Dezember 2021 /Januar 2022 2021 und Henrik Beeke
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #148 Februar/März 2020 und Henrik Beeke