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PETROGRAD

A.B.C.

Was für ein Flashback ... In der Ox-Frühzeit schon, siehe die 7“ zu Ausgabe #12, waren SUBWAY ARTS aus Luxemburg im Heft vertreten, und Mitte der 1990er gründete Diff von SUBWAY ARTS dann PETROGRAD, wir veranstalteten Konzerte mit der Band, die sich 2004 zunächst auflöste. 2009 gab es eine kurze Reunion, seit 2022 sind sie nun aber wieder aktiv, spielen regelmäßig Konzerte. Nach Klein- und Split-Releases erschien 1999 auf Subway Records ihr Debütalbum „Isabelle“, dem 2000 „A.B.C.“ folgte, ein gemeinschaftlicher Release diverser europäischer Labels. Schließlich kam noch 2002 „NineOneOne“ auf Skuld Releases. PETROGRAD sahen sich damals als anarchistische Band mit aktivistischer Agenda, ich erwähnte im Review, das Album sei ein „Benefiz-Release für das ‚Anarchist Black Cross‘ in Innsbruck [...] das Booklet [enthält] seitenweise und kleingedruckt massig Information zu linken, anarchistischen Organisation in Deutschland und Europa.“ Diese (veralteten) Infos sind bei der Neuauflage des Albums via Sabotage (ich glaube, ich lernte Franz von Sabotage damals über den PETROGRAD-Kontext kennen ...) nicht enthalten, wohl aber ein Textblatt. PETROGRAD hatten sich damals schon vom Prinzip entfernt, dass anarchistische, engagierte Musik wie wüster Ballercrustpunk klingen muss, und ich verglich ihren Ansatz mit dem von CHUMBAWAMBA, die von „Agit-Pop“ sprachen. Explizit „Pop“ im Sinne von belanglos waren (sind!) PETROGRAD nicht, mit dem Doppelgesang von Diff und Nathalie und einer gewissen stilistischen Offenheit (siehe das tanzbare „To climb up a ladder“) war das eher unter Indiepop einzuordnen – und das meine ich völlig wertneutral. Mein Hit hier war und ist aber „October“ – ewig nicht gehört, sofort wiedererkannt. Mit neuem Mastering und neuem Artwork versehen könnte „A.B.C.“ der Anknüpfungspunkt für neue Musik sein ...

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