
Ehe AKSAK MABOUL zur vertrackten Pop-Avantgarde der späten 1970er wurden, war alles im Fluss: „Before Aksak Maboul (Documents & Experiments 1969-1977)“ dokumentiert Marc Hollanders Weg von jugendlicher Neugier zu konzeptioneller Klangkunst. Noch vor der Gründung von Crammed Discs bastelte der Brüsseler Musiker an Collagen, die irgendwo zwischen Canterbury-Prog, Erik Satie, SOFT MACHINE, frühem KRAFTWERK und Zappa mäandern. Statt fertiger Songs gibt es hier eine Schatzkammer mit Tapes, Improvisationen, Loops, Casio-Geklimper und Küchenradioästhetik. Mal ist es psychedelischer Jazzrock, mal Minimal Music oder ironisches Easy Listening aus Parallelwelten. Hollander, später Kopf des Labels und Musiker bei COS und THE HONEYMOON KILLERS, zeigt sich als radikaler Bastler, der mit offenen Ohren durchs Jahrzehnt streift. Dieses Album ist weniger eine Werkschau als ein akustisches Tagebuch: voller Spuren, Irrwegen und Vorahnungen auf das, was später „Onze Danses Pour Combattre La Migraine“ so eigen machte. Kein Best-Of, sondern Laborbericht über den Ursprung einer Idee – frei, verspielt, unberechenbar. und ohne einen erkennbaren roten Faden. Wer ausformulierte „Songs“ und Strukturen sucht: Bitte weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen.
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