
Wenn es so etwas wie den Nukleus des Erwachsenencomics gibt, dann sind das die Veröffentlichungen aus dem Hause EC. Mit Heften wie „Weird Fantasy“, „Vault of Horror“, „Two-Fisted-Tales“ und eben „Weird Science“, neben anderen. Mit einer Riege hochkarätiger Zeichner bediente man nicht nur ältere Kinder, sondern auch angehende oder eben Erwachsene, und legte mit dieser Mannschaft den Grundstein für den Erfolg des MAD-Magazins, das mehr oder weniger aus der Not geboren wurde, um den Zensurmaßnahmen bei den bisherigen Veröffentlichungen zu entgehen. Die dankbaren Sammelbände der „Weird Science“-Reihe beschäftigen sich hauptsächlich mit Science Fiction, also Aliens, Robotern, Raumfahrt und möglichen Zukunftsszenarien, die gar nicht mal so rosig sind, aber auch mit philosophischen Gedankenspielen über die Unendlichkeit des Kosmos. Ohne es zu merken, lernt man nebenher eine Fülle an Dingen, die man freiwillig so garantiert nie nachgeschlagen hätte. Wie würde die Menschheit auf einen echten Überfall vom Mars reagieren, nachdem eine Radioshow selbigen einige Tage vorher vorgetäuscht hatte? Wie mag ein Kosmos in einem Kosmos aussehen, wenn man immer weiter schrumpft? Was kommt nach einem Atomkrieg? Können Menschen Roboter (KI) überhaupt noch erkennen, wenn sie nahezu perfekt sind? Was ist die vierte Dimension? Antworten auf diese und viele andere Fragen gibt es in diesen Heften, die von der Crème der besten Zeichner dieser Zeit in Szene gesetzt wurden. Beim Strich von Wally Wood bleibt mir jedenfalls jedes Mal die Spucke weg. Wer sich nur einen Funken für Science Fiction interessiert, am besten verbunden mit echter Wissenschaft, wird hieran seine helle Freude haben.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #185 April/Mai 2026 und Kalle Stille