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ALARMSIGNAL

Insomnia

„Ästhetik des Widerstands“ hieß das Album, das diese Band zuletzt aufgenommen und veröffentlicht hatte. 2022, gleich nach der Pandemie. In einer Zeit, in der man vielleicht noch ein wenig naiv dachte, es könne nicht mehr schlimmer kommen. Und dann: Kam es noch schlimmer – und der Nachfolger „Insomnia“ legt davon Zeugnis ab. Der Titel ist ja nicht umsonst gewählt: Das, was draußen in der Welt vor sich geht, verursacht tatsächlich Schlaflosigkeit. Und Ohnmacht. Irgendwie ist alles schlecht und mies. Aber „Insomnia“ ist genau deswegen, trotz aller Wut und Verzweiflung, auch ein Album, das den Glauben an das Gute aufrechterhält. Weil es erstens zeigt, dass aus Schlaflosigkeit, Wut und Verzweiflung großartige, wichtige, relevante Texte geschrieben werden können. Und weil es zweitens zeigt, dass Schlaflosigkeit, Wut und Verzweiflung aus Bands wie ALARMSIGNAL das Beste herauskitzeln. Das Beste im Sinne von Musik, die großartiger kaum sein könnte. Nicht melodischer, nicht wuchtiger. Und nicht intensiver. Davon legen Songs wie „Rest your eyes“, „Scherbe/Licht“ oder das düster-experimentelle und eher wavige denn punkige, mit Industrialsounds durchsetze „Neonlichter“ als Horizonterweiterung dieser Band Zeugnis ab. „Insomnia“ zeigt ALARMSIGNAL im 25. Jahr ihres Bestehens auf der Höhe. Inhaltlich. Musikalisch. In Bezug auf ihr Schaffen. Eine Platte im Januar für die Jahres-Top-Ten 2025.

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