© by Alexander SchankSie sind schlaflos, die Jungs von ALARMSIGNAL, und haben gleich mal ihr neues Album entsprechend benannt – „Insomnia“. Die Songs erzählen, warum die Musiker des Nachts wach liegen. Was ihre Gedanken prägt und peinigt. Woher die Schlaflosigkeit rührt. Vor allem geht es dabei um gesellschaftliche Themen. Dafür ist diese Band schließlich bekannt. Ihre Mitglieder machen sich einen Kopf. Hinterfragen. Denken nach. Und gehören somit zu den klügsten Punkrock-Protagonisten im Lande. Im Interview erklären sich Steff und Bulli.
Euer neues Album heißt „Insomnia“, was „Schlaflosigkeit“ bedeutet. Ich gebe zu, ich kenne das auch. Dieses Erleben von Schlaflosigkeit aus verschiedenen Gründen. Wann seid ihr das letzte Mal tatsächlich so richtig schlaflos gewesen – und warum?
Steff: Das war bei mir tatsächlich vor zwei oder drei Tagen. Da hatte ich eine Nacht, in der ich zwei, drei Stunden geschlafen habe. Ich bin um drei, vier Uhr aufgewacht – und dann war meine Nacht vorbei. Ich weiß nicht mehr, was das Thema meiner Gedanken war. Ich glaube, ich bin wieder beim Sinn des Lebens hängengeblieben oder so. Das ist ja meistens der Fall.
Beim Sinn des Lebens?
Steff: Ja, soll heißen: Du bleibst bei politischen Umständen hängen. Und dann hängst du fest und das Gedankenkarussell fängt an. Bei mir kommt das recht häufig vor. Und ich weiß, dass auch die anderen sich sehr viele Gedanken machen über solche Dinge. Und deshalb ist der Albumtitel „Insomnia“ tatsächlich auch Programm.
Bulli: Wir haben ja alle gewisse Umstände, die uns in die Schlaflosigkeit treiben. Und normalerweise überlegen wir immer ganz lange, was einen neuen Albumtitel angeht. Das ist immer so das Nervigste an neuen Platten. Beim letzten Mal haben wir uns erst nach langer Zeit im Studio entschieden. Diesmal aber ist mir das eingefallen – und wir haben sofort gesagt: Ja, das ist es! Wir waren uns sofort relativ sicher.
Steff: Das war so eine runde Sache, weil auch das Album thematisch noch mal eine Spur ernster geworden ist als das letzte. Es geht ausschließlich um Themen, die uns wirklich hart beschäftigt haben in den letzten zwei, drei Jahren. Und dieser Titel war so ein runder Abschluss.
Steff, du sagst, du seist zuletzt um drei, vier Uhr aufgewacht und bei dir ging das Gedankenkarussell los. Ich habe vor einiger Zeit gelesen, dass das typisch ist. Dass diese Zeit zwischen Nacht und Morgen sogar einen Namen hat: Wolfsstunde. In der findet man nur noch schwer wieder in den Schlaf. Und die Gedanken sind – fernab des Tages – sehr düster und bedrohlich.
Bulli: Lustigerweise kam mir genau das auch vor ein, zwei Wochen unter. Ich kannte das vorher nicht.
Steff: Vielleicht sind wir auch einfach anfälliger dafür. Wir sind sehr sensible Menschen. Es gibt natürlich auch andere Beispiele. Menschen, die beschäftigt das zwar, aber die legen sich dann wieder hin oder können einen Schalter umlegen. Die schalten dann ab und es ist vorbei. Ich schaue beispielsweise sehr häufig Dokus über Menschen, die beruflich als Gerichtsmediziner:innen oder Notärzt:innen tätig sind und die einfach sagen: „Wenn ich Feierabend habe, habe ich Feierabend. Ich kann das!“ Ich bewundere so etwas. Ich würde das auch gerne können. Ich will zwar, dass mich solche Dinge beschäftigen und möchte das nicht wegschieben. Ich möchte mir darüber Gedanken machen. Aber es gibt eben einfach auch Momente, in denen ich schlichtweg schlafen will. Und dann soll das kein Thema sein. Aber das ist eben nicht der Fall. Diesen Schalter gibt es bei mir entweder nicht oder ich finde ihn nicht.
Bulli: Ich habe solche Erfahrungen auch mal in beruflicher Hinsicht gemacht, als ich mit kranken Menschen gearbeitet habe. Damals hat mich das auch die Nächte durch verfolgt und ich dachte: Ich muss das jetzt lernen. Ich muss jetzt lernen, das auszublenden, was ich tagsüber erlebe. Ich wollte kein Arschloch sein. Aber ich musste das Berufliche vom Privaten trennen, um gut schlafen zu können. Und das habe ich tatsächlich auch sehr schnell gelernt. Klar ist allerdings, sobald es dein Privatleben betrifft, ist es eine andere Nummer.
Steff: Um das zu ergänzen: Ich habe genau das auch mal gelernt. Ich glaube, das weißt auch du noch gar nicht, Bulli. Das war während des Zivildienstes. Da habe ich in der häuslichen Krankenpflege gearbeitet – und da bist du noch mal anders an den Menschen dran, die du betreust, als etwa im Pflegeheim. Denn du gehst ja praktisch in die Wohnungen der Menschen. Du wirst mit deren Fotos konfrontiert, die da hängen. Mit all den Erinnerungsfotos. Du bist quasi Teil der Familie in dieser Zeit. Und damals war es natürlich auch so, dass Menschen um mich herum gestorben sind – und damit habe ich keinen Umgang gefunden. Klar, das ist der Lauf des Lebens. Menschen sterben. Und ich habe irgendwann versucht, mir so eine Schutzmauer dagegen aufzubauen. Aber das war schwer.
Ihr habt mittlerweile die Musik, die euch da vielleicht raushilft und euch womöglich besser mit schwierigen, komplexen, essentiellen Situationen umgehen lässt. Ihr könnt ich der Musik eure Gedanken verarbeiten. Musikalisch. Und natürlich textlich.
Bulli: Das stimmt. Ein Kumpel von mir, der auch Musik macht, meinte mal zu mir: „Ich will auf keinen Fall mehr mit 50 auf einer Bühne stehen. Das ist ja peinlich.“ Ich aber denke: Doch, auf jeden Fall! Weil ich das nämlich brauche! Und ich brauche das nicht, weil ich gerade einfach Bock habe, Musik zu machen. Sondern weil das mein Ventil ist, um irgendwie klarzukommen mit allem, was um mich herum passiert. Ich mache das nicht, um mich auf der Bühne feiern zu lassen – auch wenn die Konzerte natürlich Bock machen und es supergeil ist, wenn das Publikum mitsingt. Aber ich brauche das vor allem, um irgendwie mit der Welt klarzukommen. Das ist mein, das ist unser Ausdruck. Und ich bin sicher, dass es Steff auch so geht, oder?
Steff: Ja. Ich brauche das auch. Ich trenne das von dem ganzen Zirkus, der drumherum herrscht. Ich glaube jetzt zwar nicht, dass ich, so wie Bulli gesagt hat, mit 60 oder 70 immer noch ständig auf der Bühne stehen will, haha. Diesen Wunsch habe ich tatsächlich nicht. Das würde ich jetzt ausschließen für mich. Aber die Musik als Werkzeug, das ist natürlich auch für mich wichtig. Und dafür bin ich dankbar. Dankbar, dass wir dieses Werkzeug, dieses Ventil haben. Denn nicht umsonst stellen wir sehr häufig fest, dass es uns leichter fällt, über Dinge zu singen. Auch wenn wir nur zwei, drei Minuten Zeit haben, nur zwei, drei Strophen und einen Refrain lang. Das ist leichter, als darüber zu sprechen. Und wir sehen natürlich auch, was es mit uns macht, dass wir mit Musik einem Thema noch mal ganz anders Ausdruck verleihen können und mehr Emotion da reinlegen können. Das merken wir auch anhand der Rückmeldungen, die wir bekommen. Es ist krass. was das auch mit unseren Zuhörer:innen macht. Wie die in vielen Situationen daraus Kraft schöpfen können, dass wir ihnen mit Musik eine Geschichte erzählen. Und nicht einfach so, ohne diese Untermalung mit Tönen und Text.
Ihr seid wichtig für diese Menschen. Spürt ihr beim Lesen dieser Rückmeldungen auch eine gewisse Verantwortung für das Leben anderer – auch wenn Künstler:innen ja gerne sagen, sie machten Kunst zuvorderst für sich selbst?
Bulli: Genau das. Als sich diese Rückmeldungen irgendwann gehäuft haben und wir immer öfter gehört haben, „Als es mir schlecht ging, wurde es besser, weil euer Song da war“, war das schon ein tolles Gefühl. Es geht bei solchen Dingen ja auch um persönliche Geschichten, um viele existenzielle Sachen. Und es ist auf jeden Fall so, dass diese Erfahrung bei mir etwas die Einstellung dahingehend geändert hat, wie ich mich verhalte.
Nämlich?
Bulli: Früher ging es in Sachen Attitüde schon ein bisschen mehr um Punk im Sinne von: Besoffen auf der Bühne stehen. Und: „Mir egal, ob die Leute es gut finden oder nicht!“ Das kennt man ja. Aber als ich gemerkt habe, wie wichtig unsere Songs für andere Menschen sein können, und als ich sah, was sie mitunter für Mühen auf sich nehmen, um zu unseren Konzerten zu kommen, hat sich das geändert. Da habe ich mir gedacht: Ich kann denen diese Zeit unmöglich versauen, wenn ich mich hier jetzt danebenbenehme. Denn für diese Leute ist das, was wir da oben tun, total wichtig. Und ich kann, wenn ich denn Bock darauf habe, ja auch nach dem Konzert noch saufen. Diese Einsicht hat für mich schon maßgeblich geändert, wie ich an Konzerte und an unsere Musik herangehe. Aber wenn man sich zu viele Gedanken darüber macht, allen gerecht zu werden, kann das auch ein Problem werden.
Steff: Wobei wir uns gar keine Gedanken darüber machen müssen, allen gerecht zu werden. Weil wir einfach so sind, wie wir sind. Dieses Verantwortungsbewusstsein ... Das ist einfach so. Es ist ja immer die Frage: Was wollen wir darstellen auf der Bühne? Wir haben Zuhörer:innen auf Konzerten, die könnten unterschiedlicher nicht sein. Wir haben Menschen, die stehen gefestigt im Leben, Wir haben Menschen, die sind labil. Wir haben älteres Publikum. Und jüngeres. Es sind viele Facetten. Und da möchte ich nicht als der besoffene Vollassi auf der Bühne stehen, der sich oberkörperfrei mit Fäkalien einschmiert und irgendeinem Teenie in der Selbstfindungsphase sagt: „Das ist Punk!“ Ganz im Gegenteil.
Was ist für euch denn Punk?
Steff: Für uns ist Punk etwas anderes. Nicht besoffen in der Ecke rumhängen, auch wenn wir gerne mal was trinken. Punk bedeutet für uns, den Mund aufzumachen und für Veränderung zu kämpfen und nicht, uns selbst mit irgendwas zu berauschen und das geil zu finden. Das klingt jetzt zwar ziemlich spießig ...
Nein, spießig klingt das gar nicht.
Bulli: Eben. Es ist vielmehr genau das, um was es geht. Ich meine, nimm das Beispiel DIE KASSIERER. Ja, klar, die Leute wissen, dass das alles nur Spaß ist oder so. Aber wir haben mit denen schon auf einem Festival gespielt – und auf einmal haben 3.000 Leute vor der Bühne ihre Hose aufgeklappt. Ich will das jetzt nicht verurteilen. Es muss jeder selber wissen, was er will und gut findet. Aber es ist nun mal so: Wenn du auf einer Bühne stehst und dich ein paar hundert oder tausend Leute angucken, dann hast du die Macht. Und das macht etwas mit den Menschen. Die Leute gucken schon in einem gewissen Sinne zu dir auf ... Darüber sollte man sich Gedanken machen. Darüber haben wir uns irgendwann Gedanken gemacht.
Ist der Umstand, in der Musik dieses erwähnte Ventil zu haben, auch der Grund, warum ihr jetzt 25 Jahre durchgehalten habt?
Bulli: Es geht eher darum, dass eine Band immer auch wie eine Familie ist. Es geht zu wie in einer Beziehung. Und in jeder Beziehung gibt es natürlich mal Stress und Streit. Aber man hat sich lieb, man verträgt sich immer wieder – auch wenn man manchmal getrennte Wege geht. Es gab ja auch schon Wechsel bei uns. Aber das Wichtigste ist, wir gehen immer offen und ehrlich miteinander um und sagen uns, wenn uns etwas stört. Wir fressen nichts in uns rein, sondern wir kotzen das auch manchmal aus. Gegenseitig. Und wir passen auf, dass wir uns nicht verletzen. Wir haben auch einen coolen Umgang miteinander, der offen und ehrlich ist.
Kommen wir noch mal zurück zu „Insomnia“. Ihr habt wieder viele politische und gesellschaftskritische Songs auf dem Album über Themen, die euch, uns, viele Menschen wirklich umtreiben. Und wer sich so viele Gedanken macht wie ihr und schlaflos ist und Sachen an sich heranlässt und empathisch ist, der kommt manchmal auch an Punkt der Verzweiflung an der Welt. Was hilft dagegen? Resilienz? Medien ausschalten?
Steff: Bei mir hilft es, darüber zu reden. Ich hatte ja zum Beispiel letztes Jahr eine therapeutische Behandlung, gegen die ich mich sehr lange gewehrt habe. Aber die habe ich jetzt in Anspruch genommen und viel gelernt. Man muss sich offenbaren, damit man mit solchen Dingen nicht alleine durchs Leben geht.
Bulli: Ich ziehe mich eher mal zurück. Ich lese dann keine Zeitung und schaue keine Nachrichten. Und ich finde es schwierig, mit anderen Menschen über solche Dinge zu reden.
Warum?
Bulli: Wenn wir etwa politische Sachen diskutieren, sind wir ja ohnehin in der Bubble, in der die jeder scheiße findet, und dann zieht man sich vielleicht gegenseitig runter. Aber gleichzeitig bringt es mich auch nicht weiter, mit Menschen zu reden, die das anders sehen.
Die ewige Frage: Rede ich mich rechten Arschlöchern und gebe sie nicht auf?
Bulli: Genau. Ich habe keinen Bock, mich mit denen auseinanderzusetzen. Wobei man das eigentlich tun muss. Und ich sage auch immer etwas, wenn ich entsprechende Dinge irgendwo höre. Ich kann gar nicht anders. Aber ich fange eben nicht an, mit denen zu diskutieren. Weil das für mich keinen Sinn hat. Es sind doch sowieso meist verblendete Trottel. Ob das der richtige Weg ist, weiß ich nicht. Es ist einfach für mich der richtige Weg.
„Insomnia“ ist, so las ich in einem Info, entstanden in einer Zeit des „bewussten kreativen Rückzugs aus dem Live-Geschäft“. Das klingt tatsächlich so, also ob ihr – so sehr ihr die Bühne auch mögt – absolute Ruhe braucht und nicht mal eben nebenher Songs schreiben könnt.
Steff: Wir brauchen nicht nur Ruhe. Wir brauchen vor allem Zeit. Das ist eine Sache, die uns tatsächlich fehlte, denn wir waren live sehr umtriebig in den letzten Jahren. Hinzu kommt unsere Wohnsituation: Nur Bulli und ich leben noch in derselben Region. Unser Schlagzeuger kommt aus Berlin, unser anderer Gitarrist aus Frankfurt. Und da ist es nicht mal so eben wie bei anderen Bands möglich, sich einmal pro Woche zum Proben zu treffen. Wenn wir einmal im Jahr proben, dann ist das schon viel. Ansonsten war es bislang immer so, dass, wenn es Probleme gab, jeder zu Hause etwas probt – und beim Soundcheck wird das Lied auch mal durchgespielt. Das führte in den vergangenen Jahren auch dazu, dass wir kaum neues Songmaterial hatten. Und genau deswegen brauchten wir diesen Rückzug. Außerdem lassen wir uns auch leicht ablenken – so wie nachts vom Schlaf, haha.
Ein sehr interessanter neuer Song ist „Laika“. In dem geht es um die gleichnamige Hündin, die zu Beginn der Raumfahrt von Russland aus allein ins All geschossen wurde. Wie seid ihr darauf gekommen?
Steff: Da schließt sich wieder der Kreis zum Thema „Insomnia“. Zu Dingen, die einen nicht loslassen und die man vielleicht am besten verarbeitet bekommt, wenn man sich auf diese Weise damit auseinandersetzt, mit Musik, mit einem Song. Wir sind eine sehr tierliebe Band. Keiner von uns isst Fleisch. Und wir haben auf fast jedem Album bislang ein Lied über Tierrechte gemacht. Und Laikas Geschichte fand ich sehr emotional. Dass eine Hündin auf der Straße gefunden und eingefangen wird. Dass sie mit mehreren anderen Hunden Tests unterzogen wurde. Und dass sie eben alle Tests mit Bravour bestanden hat und genau das ihr Schicksal war. Sie war am belastungsfähigsten – und wurde zur tragischen Figur, die per One-Way-Ticket ins All geschossen wurde. Wir wollten ihre Geschichte einfach weitertragen, weil ich glaube, es gibt so Sachen, die viele nicht auf dem Radar haben, die aber einfach erzählt gehören. Wir hatten zum Beispiel auf dem vorletzten Album ein Lied über Tyke, eine Elefantenkuh, die in Gefangenschaft gehalten wurde und irgendwann durchgedreht ist und Amok lief. Auch diese Geschichte haben wir vertont.
Ein anderer Song, der sehr interessant ist, ist „Manifest“. Darin geht es um Sexismus, das Patriarchat – und das nicht zuletzt in der Punk-Szene, die sich ja stets als sehr offen und tolerant deklariert. Wo es so etwas also eigentlich gar nicht geben sollte und wo sich die Fronten angesichts dieser Diskussion gefühlt mehr und mehr verhärten. Viele sind fast schon genervt. Wie nehmt ihr das wahr?
Steff: Es ist, wie du sagst: Die Fronten sind tatsächlich verhärtet. Es geht um Privilegien, um die Deutungshoheit. Jetzt wird endlich mal das kritisiert, was praktisch seit Ende der 1970er Jahre in der Punk-Szene stattfand: Nämlich dass diese Szene doch eigentlich nur ein Spiegelbild der Gesellschaft ist und dass Männer da eigentlich immer die Oberhand hatten. Und zwar nicht nur im Publikum, sondern auch auf der Bühne. Uns nervt dieses Thema entsprechend überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, wir finden, es muss noch weiter in den Fokus gerückt werden. Und es passiert ja auch was. Es ist ja nicht so, dass sich nichts ändert, sondern dass wirklich Leute den Mund aufmachen. Ich finde es etwa unheimlich wichtig, dass auch Boy-Bands diesbezüglich laut werden. Dass zunehmend darauf geachtet wird, dass mehr und mehr FLINTA-Bands auf Festivals spielen und es nicht mehr nur um, salopp gesagt, reine Pimmelpartys geht. Und dazu kann jeder seinen Teil beitragen. Wir haben auf jeden Fall den Anspruch, diesbezüglich etwas verändern zu wollen. Dafür nutzen wir unsere Stimme, unser Werkzeug Musik.
Bulli: Es ist ja gut, dass dieses Thema aufgemacht wurde. Das hat ja auch etwas mit dem Alter zu tun. Damit, dass die 16-jährigen Kids mittlerweile anders drauf sind. Für die ist es normaler als für ältere Leute. Auch für mich. Ich meine, früher konnte ich auch noch über Mario Barth lachen. Da hatte ich keine Ahnung. Mittlerweile weiß ich es besser. Und nicht zuletzt deswegen, weil diese Sache immer wieder thematisiert wurde und wird. Um dagegen zu sein, muss man schon ziemlich dumm sein.
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