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FRONT

Album

Es gibt sie, die Pechvögel der Musikgeschichte, die zunächst so was wie einen guten Lauf hatten ... und dann wurde nie so recht was daraus. Die 1977 in Hamburg gegründeten CORONERS gehörten dazu, waren bis zur Auflösung 1980 Teil der sehr aktiven Punk-Szene der Stadt, aber eine eigene Veröffentlichung gab es nie, nur die Beiträge zum „Geräusche für die 80er“-Sampler sowie posthum zwei auf der „Paranoia in der Straßenbahn“-Compilation. Aus der Asche der CORONERS entstanden 1980 FRONT, in der Besetzung Joern Zimmermann (voc), Godehard Buschkühl (gt), Ralf Hertwig (dr) und Jürgen Keller (bs). Die veröffentlichten auf dem von der damaligen Punk-Szene gerne mal angefeindeten Hamburger Label ZickZack von Alfred Hilsberg die Single „Alternativ – City West“, die EP „Georg“ und das Stück „Blech und Liebe“ auf dem Sampler „Lieber zuviel als zu wenig (ZickZack Sommerhits 81)“. Dann sollte im Herbst 1981 das Album kommen ... und kam nie. Und FRONT verschwanden. Fast forward nach 2025: Das Berliner Label Staatsakt kümmert sich zusammen mit den damaligen Bandmitgliedern um die Aufbereitung der seinerzeit veröffentlichten Stücke und man gräbt zudem die im Vorfeld der Albumproduktion entstandenen Proberaumsessions aus, poliert diese auf und erhält so ein Konvolut von 17 Stücken – das Vermächtnis von FRONT, Werkschau und posthume Albumveröffentlichung in einem. Spannend zu hören, was FRONT damals in petto hatten, und gut zu verstehen, dass John Peel einst schon seine Antennen gen Hamburg ausgerichtet hatte: sperriger Post-Punk, druckvoll und düster einerseits, funky und rhythmusbasiert-dubbig andererseits, nicht weit von FEHLFARBEN, DER MODERNE MAN, S.Y.P.H. und speziell ABWÄRTS. Zeitzeuge Andreas Dorau war und ist Fan und bei der Rekonstruktion involviert. Und klar, mit der späteren gleichnamigen Band aus Wiesbaden, die musikalisch durchaus in den Ur-FRONT-Gefilden wilderte, hat das hier nichts zu tun.

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