
Jede neue Veröffentlichung von AMENRA ruft die bange Frage hervor, ob sie aus dem Spektrum des Zumutbaren herausfallen. Die wiederkehrende Konfrontation mit der gewaltigen Härte kann überfordernd sein, denn die textliche und musikalische Verarbeitung von der individuellen menschlichen Gebrochenheit löst eine tiefe, mentale Erschöpfung aus. Doch auch bei „With Fang And Claw“ bleibt in Stein gemeißelt, dass die Metalband den Bogen noch nie überspannt hat und der eigens ausgemessene qualitative Raum weiterhin von keiner anderen stilistisch ähnlichen Band betreten werden kann. Die 2-Track-EP „With Fang And Claw“ ist schnurgerade und hält sich nicht mit einer zeitintensiven Vorarbeit auf, um das markerschütternde Kernelement, das derzeit niemand so formvollendet abfackelt wie das belgische Quintett, zu entzünden. Es geht um negative Überwältigung, nur dass man anschließend darüber entzückt ist, wie groß das emotionale Unwetter ist, das AMENRA wieder aufziehen lassen. Parallel dazu erschien die „De Toorn“-EP, zu der Mathieu Vandekerckhove (gt) sagt: „With ‚De Toorn‘, we carry forward the spirit of ‚De Doorn‘, delving deeper into the raw emotions of grief, wrath, and transformation. It is a continuation of the ritual, a step further into the fire.“
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