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AMERICAN MOTORS

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Bisweilen sind es die völlig unspektakulären Platten, die einen nachhaltig beeindrucken. Alben, die ohne jede Effektheischerei vermeintlich vor sich hin plätschern und die man dann noch mal auflegt und noch mal und ... plötzlich packen sie dich. Dass hier was Valides auf mich zukommt, war freilich zu erahnen, scheint J Robbins doch der Lebensmaxime zu folgen „Avoid working with assholes“. Wen der sich in sein Magpie Studio holt, den mag er, und anders herum. Und die Äpfel fallen hier nicht weit vom Stamm, man geht ja zu so einem Produzenten, weil man weiß, wo der herkommt und wo der einen hinbringt. Im April und Mai 2024 waren AMERICAN MOTORS, deren Name so wundervoll nichtssagend ist, in Baltimore, MD zu Gast. Automobilhistorisch interessierte Menschen freilich horchen auf bei dem Namen, erkennen auch das Logo wieder ... und tatsächlich hat die erst 2023 gegründete dreiköpfige Band aus Pennsylvania und Texas sich dreist bei der 1987 von Chrysler „beerdigten“ Automarke bedient. Man fragt sich, ob sie mutig oder fahrlässig sind oder gute Anwälte kennen. Acht Songs finden sich auf dem Album, und die gehen an die Grenze dessen, was man an gemeinhin nutzbarer Spielzeit bei einer 33-rpm-12“ hat: Auf der A-Seite laufen alle vier Song über fünf, ja sogar über sechs Minuten, auf der B-Seite sind auch zwei Fünfminüter dabei. Knackiger RAMONES-Punk? Nicht zu erwarten. Vielmehr leise, intensive, atmosphärische Stücke, die sie bei einer Herkunft aus D.C. sicher auch für einen Dischord-Release qualifiziert hätten. Post- meets Indierock, SHELLAC trifft auf JAWBOX, LUNGFISH auf JETS TO BRAZIL – ich denke, interessierte Kreise wissen jetzt, dass sie das hier höchst positiv triggern wird. Und mit „There is a twin“ haben AMERICAN MOTORS sogar einen echten Ohrwurm am Start. „Blackberry splattered“ nennt das Label die Vinylfarbe.

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