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ANDA MORTS

ANS

Hätte ich eine Band, wäre ich Musiker:in, ich würde auf eines meine Priorität legen: Was für Texte geben Menschen, mit denen ich arbeite, die für mich arbeiten, über mich in die Öffentlichkeit? Nein, nicht das, was Menschen journalistisch äußern, sondern Pressetexte, zum Beispiel. Würde ich wirklich wollen, dass im dreiseitigen PR-Sheet im ersten Satz von mir geschrieben stünde: „[...] ‚ANS‘ [ist] das erste Album des Linzer Paradepunks Anda Morts“? „Paradepunk“ – ernsthaft? Im weiteren wird dann durchaus Sinnvolles gesagt, von wegen Punk, DIY, Selbstermächtigung, Abgrenzung. Und auch textlich ist gegen ANDA MORTS nichts einzuwenden, klare Positionierung wie in „Fascho“ inklusive. Aber „Paradepunk“ ...? Wenn das Diggen von einst SLIME über sich lesen müsste, würde der dazu wohl sagen: „Alda, lass mal stecken ...“ und sich genervt abwenden. Und über den könnte man das wenigstens sagen. Tja ... „Paradepunk“ ist das, das auf „ANS“ geboten wird, auch nur bedingt. Klar, die alten Herren vom Ox wieder mit ihrer Boomer-Gatekeeper-Attitüde wollen der Gen Z sagen, was Punk ist ... Nö. SLEAFORD MODS sind auch kein Punk à la RANCID (die Anda mag), SUICIDE waren es nicht, TRIO nicht, und DIE VERLIERER sind es durchaus. Tja, was ist „ANS“ also ...? Das Solo-Ding (mit Band) von Andreas Schneider aus Linz, ohne Dialekt und ohne den Charme von HECKSPOILER. NDW-hafte Texte zwischen banal und smart-verschmitzt, irgendwie „nice“, aber unterm Strich eben einfach erstaunlich banal. Paradepunk? Na ja ...

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