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ANNA WYDRA

Lonely Motherfucker

Der titelgebende Song kommt fröhlich um die Ecke, ein bisschen Countrypop, lässiger Singer/Songwriter-Habitus und dazu eine Stimmung, wie aus einem 1970er-Jahre-Italo-Western. Die Texte sind gebrochen, leicht melancholisch und beschreiben Alltagsgeschichten, Befindlichkeiten und das Leben in seinen allgemeinen Sinnzusammenhängen. Dabei spielt sich Wydra auf ihrem zweiten Studioalbum in einen positiven, optimistischen Groove, der die Songs trägt, auch wenn die Inhalte zur musikalischen Begleitung etwas schräg stehen, sogar manchmal konträr sind. Dies relativiert das Album auf sehr lässige Art und gleicht die, wenn man genau hinschaut, Brüche beziehungsweise Verwerfungen aus, transzendiert alles auf eine höhere Ebene. Man mag das Album nicht loslassen, legt die Nadel wieder in die Einlaufrille und beginnt von vorn. Nächste Runde. Ihr lässiges Gitarrenspiel pflegt die Singer/Songwriter-Momente der Stücke, interagiert ganz passend mit Wydras Gesang. Kleine poetische Perlen springen einem entgegen. Ihr ist mit „Lonely Motherfucker“ ein schönes, rundes Album gelungen, von Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit durchzogen und mit vielen zauberhaften Momenten.

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