Wenn man eine 18-jährige Scarlett Johansson in einer ihren frühen Rollen in einem Film sieht (an der Seite von David Arquette), weiß man, dass dieser älter sein muss, als man im ersten Moment glaubte. Nach „Arac Attack – Angriff der achtbeinigen Monster“ hörte man auch nicht mehr viel vom neuseeländischen Regisseur Ellory Elkayem – eine angedachte Fortsetzung war schnell wieder vom Tisch. „Arac Attack“ (tatsächlich sollte der Originaltitel nicht „Eight Legged Freaks“ sondern „Arach Attack“ lauten, was aber zu sehr nach „Iraq Attack“ klang) erschien jetzt das erste Mal hierzulande auf Blu-ray, bisher nur als Mediabook. Wie schon auf der DVD ist hier Elkayems 13-minütiger Kurzfilm „Larger Than Life“ enthalten – neu ist die 40-minütige Dokumentation „It’s an Invasion“ –, einer dieser originellen und charmanten neusseländischen Kurzfilme, finanziert von der New Zealand Film Commission, die auch schon Peter Jackson bei seinen Frühwerken „Bad Taste“ und „Braindead“ unter die Arme griff. „Larger Than Life“, der gleichermaßen eine Parodie als auch eine Hommage an Monsterfilme wie „Tarantula“ aus den 1950er Jahren darstellte, war auch die Inspiration für „Arac Attack“ und erregte die Aufmerksamkeit von Roland Emmerich, der Elkayem für die 30 Millionen Dollar Produktion von Warner Brothers engagierte. Auch wenn ein Großteil des Budgets für die Effekte draufging, wirken die durch Chemikalien mutierten Riesenspinnen, die eine Kleinstadt in Arizona terrorisieren, nicht immer völlig überzeugend, was aber die trashige Ausrichtung des sich an keiner Stelle ernstnehmenden Films unterstreicht. Frank Marshalls „Arachnophobia“ von 1990 bleibt auch weiterhin der beste Mix aus Humor und fiesem Spinnen-Horror, aber man kann mit Elkayems nicht sonderlich tiefschürfender B-Film-Parodie durchaus seinen Spaß haben.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #179 April/Mai 2025 und Thomas Kerpen