
Nach drei Jahrzehnten sind ARCH ENEMY mit „Blood Dynasty“ nun bei ihrem zwölften Album angelangt. Kann die schwedische Death-Metal-Institution nach all diesem Output noch immer überzeugen? Definitiv! ARCH ENEMY gelingt hier genau das, was dafür notwendig ist: der Spagat aus alten Stärken und genügend frischen Ideen, um den eigenen Sound interessant zu halten. Dabei setzen sie auf eine Mischung aus technischer Präzision, hymnischen Melodien und der gewohnten Portion Härte, die man als Fans seit Jahren zu schätzen weiß. Schon die ersten beiden Songs zeigen, dass die Zeichen auf Abwechslung stehen. Mit „Dream stealer“ eröffnet die Band technisch, brutal und episch angelegt, während direkt im Anschluss bei „Illuminate the path“ die Brutalität stellenweise hymnischen Melodielinien weichen muss. Melodisch geht es auch bei „The pendulum“ zu, das mit einem packenden Spannungsbogen überzeugt und einen der einprägsamsten Refrains des Albums bietet. „Don’t look down“ startet hingegen mit hohem Tempo, entwickelt sich aber zu einem Midtempo-Brecher mit wuchtigen Riffs und kraftvollen Vocals. Die Band beweist hier erneut ihr Gespür für Dynamik und Songwriting, indem sie treibende Rhythmen mit melodischen Elementen kombiniert. Besonders spannend sind die Soli vom Neuzugang Joey Concepcion an der Gitarre, die die Songs veredeln. Zur Hälfte des Albums wird das Ganze mit den ruhigen und rein instrumentalen Tönen von „Presage“ aufgelockert, die als atmosphärische Brücke zum hymnischen Titeltrack dienen. „Blood dynasty“ vereint dann alle Stärken der Band: knallharte Riffs, packende Hooklines und die kraftvolle Performance von Alissa White-Gluz, die mit ihrer variablen Gesangsleistung zwischen aggressiven Growls und epischen Clean Vocals brilliert. Trotz der verschiedenen Grundstimmungen wirkt das Gesamtpaket wie aus einem Guss. ARCH ENEMY präsentieren sich auf „Blood Dynasty“ in Bestform und liefern damit ein Album, das sowohl langjährige Fans als auch neue Hörer überzeugen dürfte. Die Kombination aus altbewährten Trademarks und frischen Akzenten sorgt dafür, dass die Band auch nach 30 Jahren noch relevant bleibt. In Summe ist „Blood Dynasty“ also ein Album voller alter Stärken, aufgepeppt mit genügend Ideen, um den Sound weiterhin interessant zu halten. Wer ARCH ENEMY schätzt, wird hier nicht enttäuscht.
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