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ASTRA STUBE - ABRISS MIT FREUND:INNEN

Kevin Winiker

Die Astra Stube, eine ehemalige Kneipe, war seit 1999 ein kleiner Raum für Konzerte und Partys, direkt unter der 1893 erbauten Hamburger Sternbrücke, einer viergleisigen Bahnbrücke, an der stark frequentierten Kreuzung Stresemannstraße/Max-Brauer Allee. Diese innerstädtische Verbindung zwischen den Autobahnen B7 und B24 wird hier, nicht nur für den Fernverkehr, zu einem Nadelöhr mit einer durch einen Brückenpfeiler auf der Fahrbahn verengten Fahrspur. Der Verein Astra Stube Musikkultur e.V. und viele ehrenamtlich Helfer:innen kümmerten sich um Tresen, Licht, Technik und Bewirtung der Künstler:innen und schafften einen Raum für Subkulturen wie Punk, HipHop und Techno. Ob nun DJs, hoffnungsvolle Nachwuchsbands, bekannte Acts, die mal wieder „so wie früher“ spielen wollten oder längst vergessene Künstler:innen, die auf ein Comeback hoff(t)en, etwa Ted Milton mit BLURT: Hier konnten sich alle ausprobieren oder eine intime Auszeit nehmen. Bereits mit 20 Personen war der Raum gut gefüllt – von 80 ganz zu schweigen. Doch 2024 hat die Deutsche Bahn den Mietvertrag nicht verlängert. Trotz massiver Widerstände soll die denkmalgeschützte Brücke einem überdimensionierten Neubau weichen. Der letzten Wochen im Dezember 2024 wurden mit dem Festival „Abriss mit Freund:innen“ gefüllt und der Fotograf Kevin Winiker hielt diese 16 Abende fest. Bewusst matt gehalten wirkt der Bildband, so wie die Astra Stube: klein, eng, muffig. Beim Blättern steigen sofort diverse Erinnerungen an andere vergangene Konzerte auf. Der Schweiß, die Enge zwischen Schlagzeug und Tresen, der Lärm, die feiernden Menschen, die schlechte Luft, inklusive WC-Odor, alles wird wieder präsent.

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