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AUGUST BURNS RED

Season Of Surrender

Wie Aufgeben fühlt sich „Season Of Surrender“ nicht so richtig an. Für mich strahlt das Album eher das Gefühl eines emotionalen Wendepunkts aus: schwierige Fragen, Selbstreflexion und ganz harte Themen wie Depression und Betrug. Letzteres wird hier beispielsweise aus der Perspektive des Betrügers beleuchtet. Musikalisch werden die Inhalte entsprechend hart vertont, das ist brachialer Metalcore, wie man ihn von AUGUST BURNS RED kennt. „Season Of Surrender“ ist heavy, wenig melodisch, definitiv eines der düstereren Alben der Band. Dabei ist die Scheibe trotzdem überraschend zugänglich. Neben bekannten Elementen gibt es die eine oder andere gut eingewobene Überraschung, beispielsweise das Feature mit MAKE THEM SUFFER oder die Reibeisenstimme von Jake Luhrs in „Den of thieves“. Statt der großen Neuerfindung gibt es also eher eine durchdachte, aber passende Weiterentwicklung, kleine eingestreute Experimente und ein sicheres Gespür für alte Stärken. Trotzdem schaffen es AUGUST BURNS RED, für „Season of Surrender“ einen ganz eigenen Ton zu finden. Hin und wieder finden sich kleine Anspielungen auf andere Genregrößen wie KILLSWITCH ENGAGE („Behemoth“). Instrumental drücken die Songs ganz schön. „Den of thieves“, aber auch das eben erwähnte „Behemoth“ haben mitunter ziemlich heftige Parts. Bei ersterem schleichen sich dann aber auch noch Melodien in den Gitarren und ein schön oldschooliges Solo ein. Trotzdem wirken die Songs nicht überladen, sondern eher angenehm abwechslungsreich und trotz vieler Einzelteile überraschend zugänglich. Dass AUGUST BURNS RED nicht nach Schema F vorgehen, macht sich vor allem bei nach mehreren Durchläufen bemerkbar, denn „Season Of Surrender“ nutzt sich nicht ab. Die Scheibe entfaltet sich eher und nistet sich im Kopf ein. Es lohnt sich, die Songs mehrfach zu hören und auch das Album mal im Ganzen zu genießen, denn erst dann erschließt sich, was für ein Talent die Band für Strukturen und Spannungsbögen besitzt.

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