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BARRY ADAMSON

Scala!!!

Vor zwei Jahren erschien Barry Adamsons letztes Album „Cut To Black“, was ihn auch mal wieder auf deutsche Bühnen führte, wo er mit spartanischer Besetzung seine groovende Noir-Tanzmusik überzeugend umsetzen konnte, die eigentlich so klingt, als sei sie mit einer aus Streichern, Bläsern und Backgroundsängerinnen bestehenden vielköpfigen Band aufgenommen. Trotz seines Faibles für die Soundtrack-Komponisten der 1960er und 1970er Jahre hat Adamson mit „Delusion“ 1991 eigentlich nur einen echten Score für einen abendfüllenden Film komponiert, ansonsten blieb es bei gelegentlichen Beiträgen, etwa für David Lynchs „Lost Highway“. Bei „Scala!!! or, The Incredibly Strange Rise and Fall of the World’s Wildest Cinema and How It Influenced a Mixed-up Generation of Weirdos and Misfits“ handelt es sich um einen Dokumentarfilm von 2023 über das berühmt-berüchtigte Londoner Programmkino Scala (inzwischen genutzt für Live-Konzerte und Clubnächte), das zwischen 1978 und 1993 subversives Filmschaffen im Angebot hatte, das man hierzulande mit Bahnhofskino assoziieren würde. Der Film ist mir bisher entgangen, Adamsons rein instrumentaler Score funktioniert aber auch ohne Bilder, denn seine Musik dafür ist erstaunlich songorientiert und beackert recht breitgefächert das Feld, das auch seine normalen Studioplatten prägt, inklusive einiger Surf- und Synthpop-Einlagen. Auf gewisse Weise kehrt Adamson damit zu seinen frühen Platten „Moss Side Story“ (der Soundtrack zu einem nicht existierenden Krimi) und „Soul Murder“ zurück, auf denen er sein Verständnis von klassischem Soul, Jazz und Pop noch deutlich skizzenhafter und abstrakter verarbeitet hatte.

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