BIS ZUM LETZTEN MANN / DER TEUFELSHAUPTMANN

Neben John Fords Tonfilm-Frühwerk „Die letzte Patrouille“ von 1934 erschienen jetzt auch „Bis zum letzten Mann“ („Fort Apache“) und „Der Teufelshauptmann“ („She Wore A Yellow Ribbon“) erstmalig auf Blu-ray in guter Qualität und ergänzt um zusätzliches Bonusmaterial. Im Gegensatz zu „Die letzte Patrouille“ dürften beide Filme, die zusammen mit „Rio Grande“ (1950) die sogenannte Kavallerie-Trilogie bilden, besser repräsentieren, was das Schaffen von Ford auszeichnete, der als Inbegriff des Western-Regisseurs gilt und wie kein anderer zusammen mit seinem Hauptdarsteller John Wayne die Identität des amerikanischen Volks, seine Gründungsmythen und Helden beleuchtete, dabei allerdings mit diesem Amerika seiner Träume etwas anbot, was man heutzutage als „alternative Fakten“ bezeichnet. Das beginnt schon beim Schauplatz beider Filme, dem Monument Valley mit seiner imposanten, sofort wiedererkennbaren Landschaft, wo es aber nie Begegnungen zwischen Weißen und Indianern gab, denn diese waren bereits im 13. Jahrhundert aus der Region verschwunden. Das Bild, das Ford von den Indianer als blutrünstige, zum Abschuss freigegebene Wilde vermittelte, war ähnlich reaktionär wie es sein Hauptdarsteller John Wayne war. Dem steht der Alltag und das Privatleben der ehren- und heldenhaften Soldaten der US-Kavallerie gegenüber, die etwa 1890 für das Indianer-Massaker von Wounded Knee verantwortlich waren. Auch das stereotype Frauenbild Fords wirkt inzwischen unerträglich, verkörpert durch die liebestolle Shirley Temple und Joanne Dru (die ihre Paarungswilligkeit durch eine gelbe Schleife im Haar zeigt), die den Jungoffizieren den Kopf verdrehen. Selbst wenn man klassische amerikanische Western mag, sind diese beiden nicht wirklich gut gealtert, da gibt es wirklich Besseres von Ford.

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