
Mit „Bite Me“ legt Alessandro „Manduria“ Maderna ein kompromissloses Debüt vor, das tief im Mailänder Untergrund wurzelt. Der Multi-Instrumentalist komprimiert den urbanen Lärm seiner Heimatstadt zu einer radikal reduzierten Form von Garage-Rock: Gitarre, Loop-Station, Haltung. Mehr braucht es nicht. Der Sound ist trocken, fuzzgetränkt und bewusst repetitiv. Rockabilly-Licks und Glam-Boogie greifen ineinander, und Manduria setzt auf Stomp statt Ornament, auf Obsession statt Vielfalt. Die sehr rotzige DIY-Produktion hält diese Rohheit fest, ohne sie zu glätten – passend zu einer Ästhetik, die sich eher an improvisierten Gigs und absurden Orten orientiert als an Studioperfektion. Dass die Release-Party in einer fahrenden Mailänder Straßenbahn stattfand, wirkt da nur folgerichtig. Die sechs Tracks auf der nur einseitig abspielbaren Mini-LP funktionieren wie kurze Provokationen. „Boat“ (feat. BAD PLUG) eröffnet mit kontrollierter Explosion, „AI hate to think“ bringt in knapp zweieinhalb Minuten paranoide Energie auf den Punkt, während „I say boh“ seinen Loop-Charakter über fünf Minuten hypnotisch ausreizt. Auch „Shake it“ und „Buongiorno“ bleiben kantig und direkt, „New born“ beschließt die Platte ohne jede Form von Versöhnung.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Gereon Helmer