
Ein Berliner Punk-Trio fegt hier durch die Straßen. Alles unterfüttert durch zahlreiche durchaus nette Videos im Netz, nebst dazu passenden Worten. Das erinnert vom Stimmvolumen her an neuere LOIKAEMIE oder NONSTOP STEREO, und klingt damit recht heimelig. Der großspurige Porsche-Fahrer wird da textlich vom eigenen Kneipentisch verwiesen (ob so einer in Punk-Kneipen abhängt?) oder es geht um andere Dinge des täglichen Lebens und Umgangs. Ein leichter Verriss war ob des ewigen mit dem Finger auf andere Menschen zeigen fast eingetütet, bevor ich der Band eine zweite Chance gewährte und mich tiefer hineinhörte. Die oft langsam startenden Songs haben sogar Bluesnoten, einen soliden Aufbau und gehen wirklich gut ins Ohr. Ein wenig Humor gibt es bei „Wenn du alleine bist“ auch, während ansonsten weitgehend humorlos gezockt wird. Diese an Höhepunkten nicht gerade arme Scheibe hält mit „Verwunderlich“ und „Niemals so wie die“ zum Ende hin noch wirklich überragende Songs parat. Die Idee, sich die Band über ihre erwähnten sehr gut inszenierten Videos anzunähern, bleibt ohnehin weiterhin bestehen. Von denen werden wir noch hören!
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #185 April/Mai 2026 und Markus Franz