Foto

BRING ME THE HORIZON

Suicide Season

In dem Actionfilm „Predator“ aus dem Jahr 1987 macht ein außerirdisches Wesen Jagd auf eine militärische Spezialeinheit, und man muss nicht Geschichte studiert haben, um in der Handlung Bezüge auf das amerikanische Trauma des Vietnamkriegs auszumachen. Auch im Video zu „The comedown“, dem ersten Song des zweiten Albums von BRING ME THE HORIZON, versteckt sich hinter einem simplen Plot eine tiefere Botschaft: Hier lebt besagter Predator in einer englischen Kleinstadt, doch anstatt mit bewaffneten Söldnern hat er mit der Able nung durch die bürgerliche Gesellschaft zu kämpfen, die ihn auf seine äußere Erscheinung reduziert. In dieser Beziehung geht es ihm also wie Oliver Sykes, dem Sänger von BRING ME THE HORIZON, der von seinem Publikum entweder verliebt angehimmelt oder abgrundtief gehasst wird. Bewertungsgrundlage ist dabei meist sein Aussehen, weswegen Sykes im Interview fast verzweifelt fordert: „Beurteilt uns doch nach unserer Mucke, nicht nach unserem Äußeren.“ Also dann: „Suicide Season“ ist das beste Stück Musik zwischen Hardcore und Metal, das seit langem veröffentlicht wurde. Für Deathcore, dem jüngsten Treppenwitz der Musikgeschichte, ist dieses Album viel zu groß. Wer aufgrund von Vorurteilen etwas anderes sagt, soll von einem Predator gehäutet und kopfüber an einem Baum aufgehängt werden.