
Wer den alten Nibelungen Siegfried und seine Gang kennt, dem dürfte die stets auf Krawall gebürstete Brunhild ein Begriff sein. Und wer Tarantinos „Django Unchained“ gesehen hat, erinnert sich bestimmt auch noch an seine Frau Broomhilda. Wenn eine Band dann eben diese beiden namensgebend für sich auswählt, dürfte schon, bevor man den ersten Ton gehört hat, klar sein, dass es hier nicht in erster Linie um Balladen geht. Okay, mit „Wait“ hat sich ein langsamerer Song auf das Album gemogelt, ansonsten gibt’s knallharten, sehr metallastigen Punk, bei dem in manchen Momenten die GUANO APES und DIE HAPPY durchblitzen. Der Titelsong „In love, yours hate“ hat ähnliche Hitqualitäten wie einst „Lords of the boards“, die Platte ist top produziert und Sängerin Caro, die tobt, schreit und wütet, dass es eine wahre Freude ist, ist mit allem gesegnet, was es braucht, um das nächste große Ding zu werden. Und genau das ist der Punkt, bei dem ich, zugegeben, sehr subjektive Kritik, übe. BRUNHILDE sind perfekt, aber trotz aller Brachialität fehlt mir die Rotzigkeit, das Widerspenstige, das nicht Berechenbare. Aber ich bin mir sicher, dass die Band trotzdem, oder besser genau deshalb mit diesem Album die Bühnen dieses Landes im Walkürenritt erobern wird.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #152 Oktober/November 2020 und Wolfram Hanke
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #181 August/September 2025 und Joni de Groot
© by Fuze - Ausgabe #87 April/Mai 2021 und Dennis Müller
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #155 April/Mai 2021 und Wolfram Hanke